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    Ein paar Meter die Straße runter, gleich auf Höhe der Straßenlaterne gegenüber, da ist der beste Platz zum Gucken. Viele Leute, Spaziergänger, Autofahrer bleiben stehen. Und staunen. Sie kommen dieser Tage extra in die Heinrich-Heine-Straße, um sich das Haus mit der Nummer 31 anzusehen. Aber nur wenn's dunkel ist. Denn dann beleuchten 19.000 Lichter das Haus. Ja, 19.000.

    Das ist noch längst nicht alles - sondern nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Lichtchoreografien.
    Das ist noch längst nicht alles - sondern nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Lichtchoreografien.
    Foto: Stefanie Helsper

    Neuwied-Feldkirchen - Ein paar Meter die Straße runter, gleich auf Höhe der Straßenlaterne gegenüber, da ist der beste Platz zum Gucken. Viele Leute, Spaziergänger, Autofahrer bleiben stehen. Und staunen. Sie kommen dieser Tage extra in die Heinrich-Heine-Straße, um sich das Haus mit der Nummer 31 anzusehen. Aber nur wenn's dunkel ist. Denn dann beleuchten 19.000 Lichter das Haus. Ja, 19.000.

    In der Garage haben Felix Jung (links) und Meikel Rockenfeller auch  kurz vor dem Start ihrer Lichterschauen am Freitag noch einige  Handgriffe zu erledigen.
    In der Garage haben Felix Jung (links) und Meikel Rockenfeller auch kurz vor dem Start ihrer Lichterschauen am Freitag noch einige Handgriffe zu erledigen.
    Foto: Stefanie Helsper

    Meikel Rockenfeller (20) aus Feldkirchen und Felix Jung (21) aus dem Stadtteil Heddesdorf arbeiten an der außergewöhnlichen Weihnachtsbeleuchtung schon seit einem Dreivierteljahr. Etwa 600 Meter Lichterschlauch haben sie verarbeitet, 50 Quadratmeter Lichternetze bespannen das Dach des Elternhauses von Meikel. Alles haben sie selbst gebaut, auch die Lichter-Figuren, die Rahmen für die Fenster, die Tannenform. Doch die Lichter leuchten nicht einfach nur...

    Die beiden jungen Männer stecken in dieser Woche in den letzten Vorbereitungen für mehr. Es ist schon dunkel, aber das Haus strahlt – und in der Garage brennt Licht. In Nikolausmützen wuseln sie zwischen Schachteln, Kabeln und Kartons mit Glühwein herum. „Langsam glaube ich ja, wir haben nicht genug Glühwein“, sagt Meikel zu Felix. Sie haben Großes vor. Haben sogar darüber nachgedacht, ob sie dafür beim Ordnungsamt nach einer Straßensperrung fragen sollen. „Wir rechnen mit dem Schlimmsten“, meint Meikel – und lacht.

    Denn die beiden freuen sich. Auf viele, viele Menschen, die von Freitag bis Sonntag ihr Kunstwerk bewundern möchten. 5000 Flyer haben sie verteilt, um dafür zu werben. Zurzeit arbeiten sie vor allem noch am Laptop. Der steht auch in ihrer Schaltzentrale in der Garage. Sie haben in Amerika ein Computerprogramm gekauft, mit dem sie alle 96 Kanäle der Lichterinstallation einzeln programmieren können, also dimmen, ein- und ausschalten, blinken lassen – und zwar passend zu den Takten weihnachtlicher Musik.

    Zu fünf Weihnachtsliedern von Klassik bis Rock komponieren Felix und Meikel so eine aufwendige Lichtshow. Damit jetzt kein Missverständnis aufkommt: „Wir wollten es nicht kitschig wie bei den Amis“, stellt Felix klar. „Ohne Musik blinkt auch nix“, ergänzt Meikel. Jeder Lichtkanal bekommt für jede Sekunde der Musik einen Befehl zugewiesen. Die „Light Show“ soll rund 20 Minuten dauern.

    Das alles war eine Menge Arbeit. Sogar eine Woche Urlaub haben sie sich schon für ihre Vorbereitungen genommen. Insgesamt haben die beiden Freunde Hunderte Stunden Arbeit reingesteckt. Und viel Geld: mehrere Tausend Euro. Nur die Stromkosten, die übernehmen die Eltern von Meikel. „Mein Vater rennt dauern in den Keller und liest den Zähler ab“, erzählt Meikel amüsiert. Verdienen werden die jungen Männer mit ihrer Schau dagegen nichts. Nein, sie verschenken währenddessen auch noch Glühwein, bitten aber um Spenden für HELFT UNS LEBEN, der Hilfsaktion unserer Zeitung.

    Warum machen die beiden Jungs das? „Ich gehe davon aus, dass uns viele für verrückt erklären“, meint Felix. Aber: Es ist einfach ein Hobby, eine Leidenschaft der beiden. „Hobbys sind immer teuer.“ Doch die Freizeitbeschäftigung kommt nicht von ungefähr: Beide sind Elektroniker von Beruf und haben eine Menge Spaß an Installationen, Kabellegen und Programmieren. Und Weihnachten mögen sie auch.

    2007 haben sie mit dem Häuserschmuck angefangen, im kleinen Rahmen. Die Idee zu einer größeren Lichterschau, um Spenden zu sammeln, kam ihnen im vergangenen Jahr. Meikel und Felix stehen an der Laterne, haben alle Lichter im Blick. Ein bisschen stolz und in Vorfreude. „Am Freitag geht's los“, sinniert Meikel und atmet durch. „Ich bin gespannt.“ Weiter geht's. Es muss noch ein Schild mit der Aufschrift „X-Mas-House“ fertig werden. Aus Lichterschläuchen natürlich.

    Die „Christmas Light Show“ gibt es von Freitag, 9. Dezember, bis Sonntag, 11. Dezember, jeweils um 17, 18 und 19 Uhr in der Heinrich-Heine-Straße 31 zu sehen. Der Erlös geht an die Hilfsaktion HELFT UNS LEBEN. Die Initiatoren bitten, die Heinrich-Heine-Straße nicht zu befahren und nicht dort zu parken, um Behinderungen zu vermeiden.

    Von unserer Reporterin Stefanie Helsper

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