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  • Vorschau Programm der Förderinitiative des Landes im 26. Jahr vorgestellt

    Kultursommer: Fokus auf Luther und mehr

    Rheinland-Pfalz. Die gewaltigen Zahlen zuerst: 210 Projekte unterstützt der Kultursommer (Kuso) Rheinland-Pfalz in diesem Jahr, wie in den Vorjahren werden rund 700.000 Besucher erwartet, und auch die insgesamt ausgeschüttete Fördersumme soll mit knapp 4 Millionen Euro den Status quo fortschreiben. Zumindest Letzteres ist keine Seltenheit: Da der Kultursommer als Abteilung der Stiftung für Kultur Rheinland-Pfalz mit Zinserträgen arbeitet und diese bekanntermaßen derzeit weit geringer als in den Vorjahren ausfallen, greift das Land dem Kuso helfend unter die Arme: „Im Doppelhaushalt sind pro Jahr 500.000 Euro für den Kultursommer eingestellt, um ihn im gewohnten Umfang weiterführen zu können“, erläutert Kulturminister Konrad Wolf bei der Programmvorstellung in Mainz.

    Das Denkmal des Erfinders des modernen Buchdrucks in Mainz: Johannes Gutenberg (um 1400 bis 1468) mit der Bibel in der Hand. Luther und die Reformation sind ein Schwerpunkt des Kultursommers, Gutenbergs Erfindung ermöglichte Luthers Schriften massenhafte Verbreitung. Foto: Stadt Mainz
    Das Denkmal des Erfinders des modernen Buchdrucks in Mainz: Johannes Gutenberg (um 1400 bis 1468) mit der Bibel in der Hand. Luther und die Reformation sind ein Schwerpunkt des Kultursommers, Gutenbergs Erfindung ermöglichte Luthers Schriften massenhafte Verbreitung.
    Foto: Stadt Mainz

    Von unserem Kulturchef Claus Ambrosius

    Seit Mai vergangenen Jahres ist der Physiker Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur – und hat als solcher den Kultursommer 2016 weit intensiver erlebt als in den Jahren zuvor, in denen er als Privatmann eher die Kuso-Angebote seiner Region wahrnahm.

    Mit vielen Bezügen zur aktuellen Weltlage schildert der Minister das Thema, das durchaus einen Schwerpunkt dieses Jahres bildet, es allerdings nicht ins Motto geschafft hat: An Martin Luther und der Reformation kommt auch der Kuso Rheinland-Pfalz nicht vorbei. Und auch Geschäftsführer Jürgen Hardeck wurde von der Kulturszene überrascht: „Wir haben das Motto bewusst nicht auf Reformation eingeengt, weil wir dachten, dass das einige Leute eben nicht interessieren würde.“ Stattdessen: Kreativität allerorten. Große und kleine Veranstalter haben – sei es mit Lichtkunst rund um Luther, Lesungen oder Konzerten rund um die Musik der Reformationszeit – pfiffige Brücken zum wohl bestimmenden Jahresthema in Deutschland gebaut.

    Warum dann aber doch das vergleichsweise nichts und alles sagende Motto „Epochen und Episoden“ gewählt wurde: Da sind sich der Kuso-Geschäftsführer und der Kulturminister einig, die Veranstalter im Land nicht unter ein zu enges Motto zwängen zu wollen. Vom soziokulturellen Zentrum über die Jugendkunstwerkstatt bis zum Klassikfestival müssten schließlich alle einen Zugang finden können – da kann man diskutieren, warum man überhaupt noch ein Motto benötigt.

    Denn viele der vom Kultursommer geförderten, verdienstvollen Veranstaltungsreihen machen ihren Weg seit Jahren, teils Jahrzehnten, auch ziemlich konsequent an Mottosetzungen vorbei. Und den großen Brocken im Förderetat wie dem Mosel Musikfestival oder den Burgfestspielen in Mayen ist die Förderung ohnehin sicher – von den rund 200 bedachten Projekten im Jahr sind nach Aussage Hardecks immer 50 bis 60 Neulinge dabei, mithin also rund zwei Drittel Dauerbegünstigte.

    So ist die Aufzählung des Kultursommerprogrammes dann auch müßig: Es sind die guten Bekannten an Festivals von Figurentheater bis Klassik aller Arten an Rhein, Lahn und Mosel, Summer in the City in Mainz und Ingelheim, die Gauklerfestung und das Horizonte-Weltmusikfestival in Koblenz, die sich erneut über Kuso-Gelder freuen dürften. Ein neues Festival kommt in diesem Jahr hinzu: An der Weinstraße geht erstmals der „Neustadter Herbst“, ein Festival für Alte Musik, über die Bühne. Und als weiteren Fokus des Kultursommers haben die Veranstalter das Kinder- und Jugendtheater auserkoren, das über etablierte Angebote wie das Sommerkunstcamp in Koblenz und das SommerHeckMeck-Festival in Trier und der Eifel und andere hinaus mit dem Projekt „echt jetzt!“ ein profiliertes, von bundesweit engagierten Gästen bestrittenes Angebot an Kinder- und Jugendtheater zu Kulturveranstaltern, Kindergärten und Schulen bringen will.

    Zur bekannten „Wundertüte“ (so Jürgen Hardeck) der Kultursommer-Eröffnung wird in diesem Jahr vom 5. bis zum 7. Mai die Ebernburg in Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg, eine bedeutende Stätte der Reformation. Die Burg selbst, aber auch die Parks der Stadt und die Kirchen sollen dabei zu Spielorten werden. Dabei sind große Teile des Eröffnungsprogramms bei freiem Eintritt zu erleben – eines der Grundprinzipien jeder Kultursommer-Eröffnung. Und diese bietet in diesem Jahr längst nicht nur Luther und Co. – sondern mit dem Programmpunkt „Summer of Love“ zum Höhepunkt der Hippiebewegung vor 50 Jahren auch einen sicherlich sehr unterhaltsamen Ausflug in die jüngere Geschichte.

    Nach den „Epochen und Episoden“ wird der Kultursommer im Motto dann in den kommenden Jahren wieder etwas konkreter: 2018 wird, nicht nur in Hinblick auf den runden Marx-Geburtstag, „Industriekultur“ in den Blick genommen, 2019 schließlich ist „Heimat“ das Motto beim dann 28. Kultursommer Rheinland-Pfalz.

    • Alle Informationen zu den geförderten Projekten und zur Förderpraxis des Kultursommers, Kartenreservierung sowie die Möglichkeit zum Herunterladen verschiedener Broschüren im Internet unter www.kultursommer.de

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