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  • Show Comedy-Star aus Köln teilt in "Alpha Pussy" gegen Helene Fischer, die IS-Terrormiliz und die AfD mächtig aus

    Kölner Comedygröße zu Gast in Koblenz: Carolin Kebekus nimmt kein Blatt vor den Mund

    Koblenz. Sie hat viele, sehr viele schlimme Sachen gesagt. Und am Ende hat sie diese auch genau so gemeint. Nicht umsonst kündigt Carolin Kebekus ihre neue Stand-up-Comedy-Show „Alpha Pussy“ als die Rückkehr jener Frau an, die das Land entzweit.

    Carolin Kebekus gehört zur Elite der witzigen Frauen Deutschlands: In Koblenz zeigt jedoch nicht viel von ihrem Facettenreichtum.
    Carolin Kebekus gehört zur Elite der witzigen Frauen Deutschlands: In Koblenz zeigt jedoch nicht viel von ihrem Facettenreichtum.

    Von unserem Redakteur Damian Morcinek

    Auch wenn sich das Publikum in der ausverkauften Koblenzer Conlog-Arena vor Lachen nur so bog und Carolin Kebekus mit ihrem Programm "Alpha Pussy" feierte, schwankte die zweistündige Show doch zwischen frivoler Obszönität mit extrem hohem Fremdschämfaktor und spitzzüngigem Stich in die Wunde (noch immer) diskussionswürdiger Themen.

    Wer eine Kebekus-Show besucht, erwartet keine niveauvolle Unterhaltung. Wohl aber viele künstlerische Facetten, die der 36-jährigen Kölnerin den Erfolg eingebracht haben, der ihr zusteht. Von ihrem schauspielerischen Können und ihren Parodiequalitäten, wie man sie aus der ZDF „heute-show“ oder ihrer eigenen Sendung „Pussy Terror TV“ kennt, blitzt auf der Bühne aber kaum etwas auf. Dafür erinnert die erste Programmhälfte inhaltlich eher an eine karnevalistische Herrensitzung, bei der sich alles um unkontrollierte Flatulenz, ausschweifende Alkoholexzesse und schamlose Pornografie dreht. „Das Niveau für heute ist klar – es wird nicht besser“, skandierte Carolin Kebekus dann auch nach den ersten Sauf- und Furzgags.

    Spitzen gegen IS-Terrormiliz

    Das wurde es stellenweise dann aber doch: etwa als sie der Terrormiliz Islamischer Staat verbal die Stirn bot. Schließlich habe die im vergangenen Jahr versucht, die Karnevalisten im Land mit Anschlagsdrohungen einzuschüchtern. Ohne Erfolg. Da musste erst ein Sturm kommen, damit Karnevalsumzüge abgesagt wurden – aus Angst, den Narren könnten die Perrücken von den Köpfen fliegen.

    Dass man in Koblenz an Rosenmontag „Olau“ ruft, schmeckt der kölschen Alaaf-Verfechterin, die in einem Remake von Adeles Song „Hello“ bereits das „Helau“ im Karneval angeprangert hat, im Übrigen gar nicht. „Olau“, das klingt wie eine Stadt im Osten, meint sie, poltert dann auf sächsisch los und verpasst AfD und Pegida gleich noch einen Seitenhieb: „Hallo, ich stamme aus Olau. Ich hasse Flüchtlinge, die essen die Kinder auf.“ Und sogar die Hells Angels bekommen ihr Fett weg. Ernannten sie sich doch nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015 in Köln wie AfD und Pegida auch prompt zu Frauenschützern. „Ausgerechnet die Hells Angels!?“

    Erwartungsgemäß stehen bei einer Show mit dem Namen „Alpha Pussy“ vor allem Frauenthemen im Vordergrund. Dabei reichen die Themen vom weiblichen Körper als Baustelle und No-Carb-Diätwahn über unnatürliche Mutter-Tochter-Verhältnisse bis hin zu geschlechtsspezifischen Lohngefällen – „das ist so ungerecht. Warum machen wir uns so klein? Ich wünschte, dass wir Mädels mit mehr Eiern auf die Welt gekommen wären.“ Es ist an der Zeit, sagt sie, dass Frauen sich im Job nicht mehr hinten anstellen, sondern es anpacken und „endlich den ganzen Bumms übernehmen“.

    Aufgrund der großen Nachfrage gastiert Carolin Kebekus mit ihrem Programm „Alpha Pussy“ am 8. Oktober, 19 Uhr, erneut in der Conlog-Arena. Karten gibt es bereits jetzt im Vorverkauf unter anderem unter www.rz-tickets.de

    Ansage für Helene Fischer

    Eine Frau aber ist Kebekus wirklich ein Dorn im Auge: Helene Fischer. „Die ist der Teufel!“, attestiert Kebekus. Denn durch den Hype um die „einfach zu perfekte“ Sängerin, hören plötzlich immer mehr junge Leute Schlager – und zwar „ohne sich zu schämen. Warum? Die haben doch noch ihr ganzes Leben vor sich“, verfällt Kebekus in ein klagendes Gewimmer. „Schlager hören ist doch keine Lösung, nimmt denn keiner mehr Drogen?“

    Zu Aerosmiths „Cryin“ zeigt Carolin Kebekus letztlich dann doch noch eines ihrer vielen Talente, und dass sie nicht nur eine große Klappe, sondern auch ein goldenes Stimmchen hat. Und so lässt die Kölnerin zwei Stunden Show in einem einzigen kraftvollen Klamauksong Revue passieren und verabschiedet sich anschließend ganz damenhaft mit einem Knicks von der Bühne.

     

     

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