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    WissenKabarett in Wissen: Willemsen und Hildebrandt treffen den Nerv

    "Ich gebe ihnen mein Ehrenwort“ ließ bisher schon ein leises, kritisches Klingeln in unseren Ohren ertönen, nach dem Abend mit Dieter Hildebrandt und Roger Willemsen im Kulturwerk in Wissen läuten die Glocken Sturm, bei dieser Aussage.

    Dieter Hildebrandt und Roger Willemsen auf der Wissener Bühne beim Eintrag in das goldene Buch. Foto: Manfred Kögler
    Dieter Hildebrandt und Roger Willemsen auf der Wissener Bühne beim Eintrag in das goldene Buch.
    Foto: Manfred Kögler

    Mehr als 700 Zuschauer füllten die Halle und ließen Dieter Hildebrandt fragen, „Was macht ihr eigentlich hier, wo ihr einen so spannenden Wahlkampftag mit einem Kandidaten in Wissen habt?“

    Im lebhaften Streitgespräch ergänzten sich die beiden Akteure an dem langen Tisch auf der Bühne, der an eine Podiumsdiskussion denken ließ und wie in einer solchen flogen die Worte hin und her. Das Publikum wurde dabei durch die Weltgeschichte der Lüge geführt.
    Aus biblischer Vorzeit (die Schlange war katholisch) über Odysseus Tricks mit dem trojanischen Pferd, das Mittelalter bis in die Moderne führte die Reise. Da wurde an Schröders Geschäftsfreund Gaddafi erinnert und ganz aktuell habe Seehofer Angela Merkel die Zähne gezeigt, aber es seien die von Strauß gewesen.
    Es wurde gezweifelt, ob Marco Polo in China war (alles was wir mit China verbinden, von der Mauer bis zu den Essstäbchen, hat er nie erwähnt), aber auch ob Bielefeld überhaupt existiert, wurde in Frage gestellt.
    Dass die Hamburger Stadturkunde eine Fälschung ist, sei ebenso erwiesen, wie die von der Nicht-Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak. „Früher war die Lüge ein Mittel zur Irreführung des Feindes, heute des eigenen Volkes“, belehrten die beiden ihr Publikum. Nicht allein die Menschen belügen sich, auch unter den Tieren gibt es Lügner, ja sogar unter den Pflanzen.
    Im zweiten Teil des Abends, welcher der herrlichen Welt der Lüge gewidmet war, wurde der Ton von Hildebrandt und Willemsen irgendwie moderater. „Die Lüge ist ein Nebenzweig der Kosmetik“, meinte Willemsen und gab dem männlichen Publikum, den Rat, nie und nimmer mit „ein bisschen“ zu antworten, wenn eine Frau sie fragt, ob ihr Hintern wohl zu dick sei. Erschreckend dagegen war ein Werbetext für das Beruhigungsmittel „Contergan“, den Hildebrandt in seiner Originalversion vorlas.
    „Sie waren ein wunderbares Publikum“, bedankten sich die beiden am Ende ihres Vortrages und weckten nach dessen Inhalt leicht Zweifel, aber der brandende Applaus, der die beiden Akteure wiederholt auf die Bühne rief, bezeugte, dass dieses Kompliment keine Lüge wahr.
    Bürgermeister Michael Wagener war, wie schon eingangs erwähnt, wegen der Wahl verhindert und so blieb Maria Bastian Erll die Aufgabe, die beiden um einen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Wissen zu bitten. Manfred Kögler

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