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  • Ein rätselhafter Museumsbesuch

    Die Aufregung ist groß: Detektive sind im Mittelrhein-Museum (MRM) im Einsatz um einen mysteriösen Fall zu lösen. Wie und was, das wissen sie auch nicht, nur, dass sie einer Ungereimtheit auf die Spur kommen sollen. Das ist der Auftrag an ein gutes Dutzend kleiner Spürnasen, die beim museumspädagogischen Angebote des MRM während der Herbstferien mitmachen.

    Die Aufregung ist groß: Detektive sind im Mittelrhein-Museum (MRM) im Einsatz, um einen mysteriösen Fall zu lösen. Um was genau es geht, das wissen sie auch nicht, nur, dass sie einer Ungereimtheit auf die Spur kommen sollen. Das ist der Auftrag an ein gutes Dutzend kleiner Spürnasen, die beim museumspädagogischen Angebot des MRM während der Herbstferien mitmachen. Angelehnt an die aktuell laufende Sonderausstellung „Aiga Rasch: Die drei ??? und die rätselhaften Bilder“, befassen sich die Mädchen und Jungen nicht nur mit den Bildern, die die Illustratorin als Cover für Bücher und Hörspiele der populären Jugendkrimireihe „Die drei ???“ entwarf. Nein, spielerisch lernen sie das gesamte Museum kennen, die Dauerausstellung, die Büroetage, und sie treffen auf Mitarbeiter, die in die Ermittlungen einbezogen werden – und etwas Schauspieltalent zeigen müssen.
    Mit Schlapphut und Lupe
    Denn nachdem die Kinder Notizbücher und Koffer gebastelt haben, in denen sich Beweise ganz hervorragend sichern lassen, möchten sie diese natürlich auch nutzen. Wie praktisch, dass ihnen Marietta Gantner und Christina Runkel aus der Museumspädagogik an diesem Morgen verraten, dass etwas nicht ganz koscher im Museum ist, genauer gesagt in der Dauerausstellung. Also ziehen die Spürnasen, standesgemäß mit Lupe und ein paar sogar mit Schlapphut ausgestattet, los, um Hinweise zu suchen – ganz so, wie es die Helden der „Drei ???“ tun würden, Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews.
    Aufmerksamkeit beanspruchen die Skulpturen des Mittelalters: Mit der Lupe im Anschlag, beäugen die Kinder die Figuren auf ihren Sockeln, wundern sich, was es mit den Kennzeichnungszahlen für Audioguides auf sich hat. Dann und wann piepst es laut – der Alarm im Museum. „Nicht zu nah an die Kunstwerke rangehen“, erinnern die Mitarbeiterinnen des museumspädagogischen Teams. Die Detektive suchen weiter. „Halt“, ruft ein Mädchen, deutet auf eine Muttergottesfigur aus dem 13. Jahrhundert. „Der hier fehlt eine Hand!“ Aufregung macht sich breit, Stichwörter werden in die Notizbücher gekritzelt, bis eine der jungen Detektivinnen eine Erklärung findet. „Die ist bestimmt irgendwann abgefallen.“ Marietta Gantner und Christina Runkel nicken, erklären, dass solche Verluste bei jahrhundertealten Skulpturen leider oft nicht ausbleiben.
    Die Kinder hören zu, halten aber die Augen offen. Irgendwo muss doch ein Hinweis auf das Rätsel im Museum versteckt sein. Vielleicht der Fingerabdruck auf einer Scheibe in der Schatzkammer, hinter der uralte Münzen liegen? Nein, wohl doch nicht. Denn auf einmal ist ein Klopfen zu hören. Hilferufe.
    Hilferufe aus dem Putzraum
    Sie kommen aus dem Putzraum: Kunsthistorikerin Claudia Heitmann sitzt fest, mit verbundenen Augen und gefesselten Händen wurde sie eingesperrt. Von wem? Die Kinder sind aus dem Häuschen, befragen das Opfer, ein Junge streift sich fachmännisch einen Gummihandschuh über, um Beweise zu sichern: Ein überflüssiges Saalschild und eine Karte wandern in den Beweiskoffer, den Marietta Gantner sorgfältig wieder schließt.
    Claudia Heitmann erzählt mittlerweile, was vorgefallen ist, spielt die Aufgelöste, grinst unauffällig zu ihren Kolleginnen rüber: Auch die Erwachsenen haben ihren Spaß an dieser Rätselrallye durchs Museum. Die führt weiter in die Barockausstellung zu einem 1740 von Johannes Mohr gefertigten Tabernakelsekretär – dem Knackpunkt dieses Falls, wie die Detektive letztlich herausfinden. Eine (gefälschte) Besitzurkunde, auffälliges Klebeband, ein paar Beobachtungen von Museumsmitarbeitern und andere Beweise führen sie alsbald auf die richtige Spur: ins Büro von Sandra Ackermann aus der Verwaltung.
    Als das Dutzend junger Detektive sie umschwirrt, gibt sie ihren Betrugsversuch um den Sekretär schnell zu. Empörung im Kollegium – gespielt natürlich. Der Fall ist gelöst, die kleinen Detektive allerdings sind zufrieden, genau wie das Museumsteam. Es kann sich sicher sein, mit dem spielerischen Ansatz einmal mehr gezeigt zu haben, dass ein Museum alles andere als ein langweiliger Ort ist.

    Die Detektive sind weiterhin im Einsatz

    Der Herbstferienworkshop im Mittelrhein-Museum gehört zum Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Aiga Rasch: Die drei ??? und die geheimnisvollen Bilder“. Wegen der große Nachfrage wurden zwei Kurse angeboten – und während der Ausstellungsdauer bis zum 29. Januar kann weiterhin im Museum gerätselt werden. Unter dem Motto „Detektive im Einsatz“ findet ab Freitag, 4. November, jeweils freitags von 15 bis 17 Uhr ein museumspädagogisches Programm für Kinder ab neun Jahren statt. Sie tauchen in die Welt der „Drei ???“ ab, ergründen die Geheimnisse der Bilder, schreiben Detektivgeschichten und mehr. Die Themen wechseln von Woche zu Woche. Die Teilnahme kostet jeweils 5 Euro plus Material. Infos und Anmeldungen unter Telefon 0261/129 25 20.

    Für „Drei ???“-Fans zwischen neun und zwölf Jahren findet zudem eine Autorenlesung mit dem Autor Christoph Dittert in der Stadtbibliothek statt. Er liest am Samstag, 19. November, um 15 Uhr aus seiner aktuellen Folge der Jugendkrimireihe und beantwortet anschließend gern Fragen.
    Weitere Informationen, auch zum Begleitprogramm, im Internet unter www.mittelrhein-museum.de

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