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  • Grüße von Banksy - doch er bleibt ein Phantom

    Berlin (dpa). Ob Banksy vielleicht doch da war? Man weiß es nicht. Auch bei der 60. Berlinale hat sich der britische Künstler, der seine Identität geheim hält, nicht zu erkennen gegeben.

    Banksy ist im Wettbewerb außer Konkurrenz vertreten. Sein Doku-Feature heißt «Exit Through The Gift Store» - Ausgang durch den Souvenirladen. Es geht um einen exzentrischen französischen Filmemacher namens Thierry Guetta, der die bei Nacht und Nebel arbeitenden Graffiti-Künstler begleitet und interviewt. Er lernt den auf dem Kunstmarkt hochgehandelten Banksy kennen und wird darüber selbst zum Künstler.

    Eine Pressekonferenz mit Banksy gab es am Sonntag nicht - wie erwartet. Stattdessen schickte der Künstler mit Kapuzenpulli und verdunkeltem Gesicht eine Videobotschaft nach Berlin. Er habe es wichtig gefunden, damit zu beginnen, das globale Phänomen der Streetart festzuhalten, erzählte Banksy mit verzerrter Stimme nach einem «Guten Tag» auf Deutsch. Sie hätten weder einen Plan noch ein Drehbuch gehabt und zunächst gar nicht realisiert, dass es ein Film wird.

    Banksy wollte eigentlich, dass die Doku für die Graffiti-Szene so etwas darstellt wie «Karate Kid» für den Kampfsport und Kinder zur Spraydose greifen lässt. Nun könne es aber sein, dass das filmische Ergebnis sich auf Straßenkunst ähnlich auswirke wie «Der weiße Hai» auf das Wasserski-Laufen. «Ich denke, es ist ein guter Film, so lange Ihre Erwartungen sehr niedrig sind.»

    Banksy soll aus Bristol kommen, wo in den 90er Jahren seine Karriere mit Graffiti begann. Mit Hilfe von Schablonen sprüht Banksy Ratten, Affen und küssende Polizisten ins Straßenbild. Spektakulär waren seine Schmuggelaktionen, bei denen er heimlich seine Werke in Museen hängte. Die Berlinale vermutete, dass der Künstler undercover in der Stadt ist, und wollte sich überraschen lassen, ob er vielleicht Spuren hinterlässt.

    Banksys Guerilla-Kunst ist ironisch und politisch. Er bemalte sogar die Mauer im Westjordanland, eine Zeitung nannte ihn «Westbanksy». Bei Disney World in Florida stellte er eine Figur eines Guantanamo-Häftlings auf, was die Sicherheitsleute alarmierte.

    Sammler zahlten schon sechsstellige Beträge für seine Schablonenbilder auf Holz, Leinwand und Metall. Das Phänomen Banksy und der Boom der Streetart sind ein Beispiel für den heißgelaufenen Kunstmarkt - auch darum geht es in dem Film. Zu einer Vernissage in Los Angeles ließ der Brite einen mit Fingerfarbe bemalten Elefanten einmarschieren.

    «Exit Through The Gift Store» ist sein Filmdebüt. Es lief bereits beim Sundance Festival. Nun dürften «Banksylogen» auf den Straßen Berlins Ausschau halten, ob der Künstler da war und sich vielleicht mit einer kleinen Ratte verewigt hat. «Banksy wird anwesend sein, aber man wird ihn natürlich nicht sehen», hatte Festspielchef Dieter Kosslick vor der Berlinale gesagt.

    www.berlinale.de

    www.banksy.co.uk

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