40.000
  • Startseite
  • » Kultur
  • » Kino & TV
  • » Filmkritik
  • » Fürs Leben lernen: Studentenkomödie «13 Semester»
  • Fürs Leben lernen: Studentenkomödie «13 Semester»

    Darmstadt (dpa). Momo startet durch. Gestern Abiturient, heute Student. Raus aus dem verschlafenen Wusterhausen im Osten, rein ins pralle Studentenleben von Darmstadt im Westen. Was Momo für Wirtschaftsmathematik lernt und was für sein Leben, erzählt «13 Semester».

    Der kurzweilige 100-minütige Film ist das Kinodebüt des in Stuttgart geborenen Regisseurs Frieder Wittich. «Eine Studentenkomödie gab es in Deutschland noch nicht», sagt der 35-Jährige.

    In «13 Semester» spielt eine junge Schauspielerriege ein Studentenleben von vorne bis hinten, vom ersten bis zum letzten Semester, nicht nur einzelne Ausschnitte. Handlungsorte sind meist die Technische Universität Darmstadt und natürlich die Studenten-WG, wo auch schon mal Geschirr in der Badewanne vor sich hingammelt.

    Kaum in Darmstadt angekommen, muss Momo (Max Riemelt) schon Lehrgeld zahlen, weil er sich bei der Suche nach einer Studentenbude zunächst nicht durchsetzen kann. «Ich weiß zwar nicht, wo Du herkommst», sagt ihm ein Vermieter. «Aber das hier ist Darmstadt, Mann.»

    Dass ein Student der Wirtschaftsmathematik beim Lernen Klotzen muss und nicht Kleckern darf, merkt Momo auch noch. Den Ernst des Lernens verkörpert der trockene, rationale Professor Schäfer (Dieter Mann). Bereits in der ersten Vorlesung macht er den Neuen im voll besetzten Hörsaal klar, dass jetzt das Rattenrennen beginnt.

    Aber ein Studentenleben hat auch andere Seiten - die schönste: Momo erobert seine Liebe auf den ersten Blick, obwohl bei Traumfrau Kerstin (Claudia Eisinger) ein Gedränge herrscht wie am Skilift. Dann ist da noch ein Freund (Amit Shah als indischer Kumpel Aswin), der weiterhilft, als Momo kurz vor dem Vordiplom aus der Lerngruppe rausfliegt, weil die auf die Karrierespur eingebogen ist und mehr Gas geben will.

    Dazwischen immer wieder fröhliche Partys, der dicke Kopf am Morgen danach, ein attraktiver Minijob, der sich als totale Pleite herausstellt, und Momo, der sich bei all dem immer wieder aufrappelt. Am Ende löst der Student der Wirtschaftsmathematik die Gleichung für sein Leben - nicht unbedingt so, wie es sich der gestrenge Professor Schäfer vorgestellt hätte.

    «Wir nehmen das Studentenleben aber schon ernst», beteuert Wittich. «Es ist zwar eine Komödie, aber kein Slapstick.» Hier rutscht niemand auf einer Bananenschale aus oder bewirft seine Gegner mit Torten. «Der Film ist natürlich nicht rein autobiografisch», erzählt der Regisseur, der als Student sogar noch ein Semester mehr brauchte. «Hier sind auch jede Menge Erlebnisse von Kommilitonen mit verarbeitet.»

    Warum Darmstadt und nicht Berlin? «Wir wollten in einer Stadt drehen, in der das Studentenleben eine zentrale Rolle spielt», sagt Wittich. Allein an der Technischen Universität, an der Momo im Film sein Glück (ver)sucht, gibt es 21 000 Studenten. «Wir sind nach Darmstadt gefahren, haben geguckt, und uns dann schnell für diese Stadt entschieden. Mittlerweile kenne ich Darmstadt ganz gut, auch das Nachtleben.»

    dpaq.de/sc0uR

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik
    Claus Ambrosius 

    Leiter Kultur

    Claus Ambrosius

     

    Kontakt per Mail

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Redakteurin Kultur

    Anke Mersmann

     

    Kontakt per Mail

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!