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  • Kommentar zu 25 Jahre WWW: Jede Revolution bringt auch Herausforderungen mit sich

    Abgesehen von den Kubanern und der Kanzlerin ist das World Wide Web nach 25 Jahren für den Großteil der Menschheit längst kein Neuland mehr. Besonders das akademische Leben hat sich durch die Erfindung sehr zum Positiven verändert.

    Silke Bauer
    Silke Bauer

    Silke Bauer
 zu 25 Jahren WWW

    Manchmal ist es kaum vorstellbar, wie Generationen von Studenten ihren Abschluss machen konnten, so ganz ohne virtuelle Vorlesungsverzeichnisse, Internetanmeldeportale und Onlinebibliotheken, in denen man mit nur einem Mausklick Fachliteratur vormerken oder die Ausleihfrist verlängern kann. Und wie umständlich muss es gewesen sein, sich jeden Schein persönlich beim Professor abzuholen. Heute loggen sich Studenten ins Netzwerk der Uni ein und haben prompt eine sich ständig aktualisierende Übersicht ihrer Noten und Credit Points vor Augen. Das spart Zeit, Nerven und lange Anfahrtswege.

    Das Internet ist einfach nicht mehr wegzudenken. "Es macht aber alles so anonym, so seelenlos", werden die Miesepeter jetzt wieder jammern. Doch das Gegenteil ist der Fall: Vielen Menschen ermöglicht das Internet, von Zuhause aus zu arbeiten, für Eltern eine ideale Situation. In manchen Berufen ist es egal, ob sich das Büro in München, Hamburg oder an einem karibischen Strand befindet. Über Programme wie Skype kann man selbst am anderen Ende der Welt Kontakt zu Partner, Familie oder Freunden halten. Es klingt wie ein abgedroschener Werbeslogan, aber es stimmt: Das Internet verbindet Menschen miteinander. Die sozialen Netzwerke vereinfachen die Kommunikation.

    Schlimm ist jedoch, dass das auch für Terrororganisationen wie den Islamischen Staat gilt, die das Internet für ihre Propaganda missbrauchen. Löschen die Behörden eine Webseite, tauchen direkt zehn neue auf, die Terroristen verfügen zudem über unzählige Fakeaccounts bei Facebook oder Twitter. Durch das Darknet und Chatrooms haben es Kriminelle viel einfacher, sich miteinander zu vernetzen. Mit Schrecken erinnern wir uns an den Amokschützen von München, der sich seine Waffe im Darknet besorgt hatte. Ganz eindämmen können wird man die Internetkriminalität aber nicht. Zwar sprechen die Betreiber sozialer Netzwerke eine Klarnamenpflicht aus, doch dafür fehlt in Deutschland die rechtliche Grundlage. Jede Revolution bringt nicht nur Positives, sondern auch Herausforderungen mit sich.

    E-Mail: Silke.Bauer@rhein-zeitung.net

    Internet gibt’s seit 1969 25 Jahre: Drei Buchstaben, die die WWWelt änderten 25 Jahre WWW - 21 Jahre Rhein-Zeitung Online