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    Berlin«Tropa de Elite II» - Berlinale-Sieger als Fortsetzung

    Es war der größte Erfolg des brasilianischen Kinos: «Tropa de Elite» über den Drogenkrieg in den Slums von Rio de Janeiro sahen rund elf Millionen Menschen.

    Wagner Moura
    Der brasilianische Schauspieler Wagner Moura stellte in Berlin «'Elite Squad II» vor.

    Der Regisseur José Padilha, der damit 2008 den Goldenen Bären gewann, ist am Freitag mit einer Fortsetzung in der Panorama-Reihe zur Berlinale zurückgekehrt. Und wie im ersten Film erzählt «Tropa de Elite II» die Geschichte der Gewalt aus der Sicht des Offiziers eines Einsatzkommandos der Polizei - mit viel Blut, Schüssen und einer starken Dosis Politik.

    Während sich aber im ersten Film der Kampf gegen die Rauschgiftmafia vor allem in den Armenvierteln rund um den Zuckerhut abspielt, rückt die Fortsetzung den Blick auf die Politiker. «Der Feind sitzt woanders», lautet dann auch der Untertitel des Films - nämlich in den Büros von Abgeordneten, Beamten und dem Gouverneur von Rio.

    Immer wieder reflektiert «Capitao Nascimento» (Walter Moura) aus dem Off über das System der Gewalt, an dem er nun nicht mehr an vorderster Front mit seiner Elitetruppe beteiligt ist, sondern als Beamter im Sicherheitsministerium. Und er merkt schnell: Es sind die korrupten Politiker, die den Ausnahmezustand in den Slums aufrechterhalten und sich so eine Machtbasis für illegale Geschäfte und den Wahlkampf sichern. Nascimento ist da nur Teil eines großen Schachspiels und bleibt am Ende eine tragische Gestalt.

    Rasante Kamerafahrten, minutenlange Schusswechsel, viel Blut und hämmernder Rap als Begleitmusik - «Tropa de Elite II» knüpft an neuere amerikanische Gangsterfilme an, verliert dabei aber die Hintergründe nicht aus dem Blick.

    «Brasilien hat Gewalt und Korruption noch lange nicht im Griff», sagte Padilha auf der Berlinale. Das habe auch die Besetzung der «Favelas» durch die Polizei von Rio Ende 2010 gezeigt. «Ich habe eine sehr schlechte Fantasie und deswegen ist alles, was in meinen Filmen vorkommt, so oder ähnlich passiert.»

    Auch die Regierung des bis Dezember amtierenden sozialistischen Präsidenten Lula da Silva sei in dieser Frage gescheitert, sagte Padilha, dem in Brasilien Verherrlichung der Polizei-Brutalität und Gleichgültigkeit gegenüber den sozialen Ursachen der Kriminalität vorgeworfen wurden. «Die Gewalt, unter der Millionen Menschen leiden, ist keine Frage von links oder rechts», antwortete er seinen Kritikern.

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