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    Moskau«Resident Evil»-Regisseur: Dramatisches Ende im Blick

    Mit großem Erfolg verfilmt der britische Regisseur und Drehbuchautor Paul W.S. Anderson (47) seit Jahren Computerspiele wie «Mortal Kombat» und «Resident Evil».

    «Resident Evil: Retribution»
    Milla Jovovich und Paul W. S. Anderson in Moskau.
    Foto: Sergei Ilnitsky - DPA

    Seinen neuen Film «Resident Evil: Retribution» sieht er als Anfang vom Ende. «Ich habe schon im Kopf, wie alles zu Ende gehen wird», sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa und anderen Medien in Moskau.

    Ihr neuer Film bringt ein Wiedersehen mit vielen Monstern, die Fans kennen - war dies als «Best of Resident Evil» geplant?

    Anderson: «Was die Besetzung angeht, ist es wirklich ein "Greatest Hits" der ganzen Reihe plus einiger neuer Charaktere aus dem Videospiel. Es war sicher ein Vorteil, mehr Raum und ein größeres Budget zu haben. Ich hatte diesmal das Gefühl, alles entfalten zu können, was ich wollte. Aber wenn wir von "Greatest Hits" reden, klingt das wie bei einer Liedersammlung, die wir schon gehört haben. Ich möchte annehmen, dass wir ein paar Lieder haben, die vorher keiner gehört hat.»

    Und es gibt einen neuen spannungsvollen Schluss, der neugierig macht auf noch eine Fortsetzung. Wie geht es weiter?

    Anderson: «Ich möchte das Franchise zu einem großen dramatischen Ende bringen. Und deshalb gibt es diese Szene am Schluss. Ich sehe diesen Film tatsächlich als den Anfang vom Ende. Ich habe schon im Kopf, wie alles zu Ende gehen wird. Meine Haltung gegenüber diesem Franchise ist immer gewesen, es Stück für Stück zu bauen. Alle meine Ideen und meine Energie gehen in den jeweiligen Film. Ich will etwas abliefern, was das Kinopublikum zufrieden macht, ohne die anderen Filme gesehen zu haben oder das Videospiel zu kennen.»

    Wie ist es, mit ihrer Frau Milla Jovovich am Set zusammenzuarbeiten?

    Anderson: «Der Charakter von Alice ist sehr auf Milla zugeschrieben. Deshalb hat Alice jetzt auch ein Kind. Milla war bereit, eine Mutter zu spielen. Sie hat jetzt die Fähigkeit, die sie vor Jahren nicht hatte. Wenn du Frauen siehst, die eine Mutter spielen und keine Kinder haben, dann ist das zu sehen. Das ist einfach ein Fake. Milla war sehr hingebungsvoll zu Becky, die als Aryana auch im richtigen Leben taub ist.»

    Der Film bietet wieder reichlich Zombies, Monster und Gewalt. Wie vereinbart sich das mit Familienleben und Kindern?

    Anderson: «Unsere Tochter Ever hat am Set das erste Mal einen Zombie gesehen. Sie hat dann aber verstanden, dass alles nur künstlich und eine Scheinwelt ist. Und die Zombies wurden schnell zu ihren besten Freunden. Aber sie sieht natürlich die Filme nicht, weil sie zu hart sind. Milla hat manchmal Alpträume von Zombies, die mitunter so gut sind, dass ich sie aufschreibe.»

    In Russland, wo wir dieses Gespräch führen, werden neuerdings auch Zeichentrickfilme wie «Tom und Jerry» für Kinder praktisch einer Zensur unterzogen. Wie sehen Sie solche Tendenzen?

    Anderson: «Ich persönlich finde es schade, wenn sich Regierungen in die Arbeit von Eltern einmischen. Ich will nicht, dass meine Tochter Schimpfwörter hört. Ich will nicht, dass sie Gewaltbilder sieht. Eltern müssen die Kontrolle darüber haben, was ihre Kinder schauen. Schlimmer ist etwa, wenn man etwas auf YouTube schaut und dann auf einmal Reklame kommt. Dann poppt etwas auf, das sie nicht sehen sollten. Eltern müssen also immer dabei sein. Aber wir können unsere Kinder auch nicht vor allem schützen und sie in Watte hüllen.»

    Interview: Ulf Mauder, dpa

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