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    Maren Ade siegt beim Europäischen Filmpreis

    Gleich fünf Trophäen sahnt das Vater-Tocher-Drama „Toni Erdmann“ beim Europäischen Filmpreis ab. Die deutsche Regisseurin Maren Ade ist vom Erfolg überwältigt, bleibt aber bescheiden.

    Maren Ade
    Maren Ade Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises in Breslau.
    Foto: Maciej Kulczynski - dpa

    Breslau (dpa). Erst eroberte das humorvolle, aber dennoch ernste Vater-Tochter-Drama „Toni Erdmann“ Europas Kino-Publikum - am Samstagabend auch die Jury des Europäischen Filmpreises. Die deutsche Regisseurin Maren Ade sahnte bei der 29. Filmgala in Breslau in fünf Kategorien ab: Film, Regie, Drehbuch und zwei Schauspielerpreise.

    Frage: Wie fühlt sich der Sieg an?

    Antwort: Es ist schön, es macht Spaß, es freut uns total. Ein bisschen fühlt man sich aber auch wie so ein Riesengorilla mit diesen fünf Preisen. Das europäische Kino ist ja sehr vielfältig. Als Filmemacherin finde ich Wettbewerb im Kulturbereich eine schwierige Sache, weil es natürlich nie einen besten Film oder so etwas gibt. Der Preis heißt europäischer Film und der Film war jetzt der Populärste - scheinbar.

    Frage: Ist es eine Genugtuung nach Cannes, wo Sie trotz ihrer Favoritenrolle leer ausgingen?

    Maren Ade: Ach, in Cannes ist so viel Unerwartetes an einem Wochenende passiert. Auch, dass wir den Film in so viele Länder verkauft haben. Ich bin an sich so ein misstrauischer Typ. Ich erwarte erstmal nichts, deshalb war ich auch nach Cannes sehr, sehr zufrieden.

    Frage: Wo stellen Sie die Preise hin?

    Maren Ade: Statuen eignen sich relativ gut als Buchstützen zum Beispiel. Aber ich stelle sie bei uns ins Büro. Vielleicht behalte ich den Drehbuchpreis.

    Frage: Ihr Film zeigt viel über unsere Gesellschaft. Was kann man als Filmemacherin heutzutage bewirken?

    Maren Ade: Für mich geht es beim Filmemachen eher darum, eine Frage zu stellen. Ich will zeigen, mit was ich mich beschäftigt habe. Wenn man die Frage dringlich stellt, dann hofft man natürlich auch, dass der Zuschauer darüber nachdenkt. Ich habe aber keine Antwort. Für mich kann es im Film manchmal stärker sein, eine Frage zu stellen, als eine Antwort zu geben.

    ZUR PERSON: Maren Ade, die am Montag ihren 40. Geburtstag feiert, wurde in Karlsruhe geboren. Sie studierte von 1998 bis 2004 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Nach mehreren Kurzfilmen zeigte sie mit dem Lehrerinnendrama „Der Wald vor lauter Bäumen“ 2003 ihren ersten abendfüllenden Spielfilm. Es folgte der Beziehungsfilm „Alle Anderen“ mit Lars Eidinger und Birgit Minichmayr, der bei der Berlinale 2009 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde.

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