40.000
  • Startseite
  • » Kino & TV
  • » Kinonews
  • » Liz Taylor lässt ein letztes Mal warten
  • Aus unserem Archiv

    Los AngelesLiz Taylor lässt ein letztes Mal warten

    Es war ein leiser Abschied für einen Star, der mit Schönheit und Skandalen, Männern und Juwelen, Gebrechen und Großzügigkeit Jahrzehnte im Rampenlicht verbracht hat.

    Elizabeth Taylor
    Elizabeth Taylor 1957 in Rom.
    Foto: DPA

    Elizabeth Taylor
    Richard Burton und Elizabeth Taylor im Nachtclub Moulin Rouge in Budapest (1972).
    Foto: DPA

    Nur einen Tag nach ihrem Tod ist die Hollywood-Schauspielerin Elizabeth Taylor ganz privat - nur vor den Augen von Verwandten und engsten Freunden - auf dem Prominentenfriedhof Forest Lawn Memorial Park in Glendale bei Los Angeles beigesetzt worden. Doch ganz im Stil einer großen Diva hat Liz Taylor auch ihren Abgang mit einem Witz orchestriert.

    Elizabeth Taylor
    Elizabeth Taylor ist im Alter von 79 Jahren gestorben.
    Foto: DPA

    Auf ihren ausdrücklichen Wunsch begann die für 14 Uhr angesetzte Zeremonie mit einer Viertelstunde Verspätung. Taylor, die für ihre notorische Unpünktlichkeit bekannt war, wollte selbst zu ihrem eigenen Begräbnis zu spät kommen, ließ ihre Sprecherin ausrichten.

    Elizabeth Taylor
    Elizabeth Taylor in dem Film «Die Katze auf dem heißen Blechdach» aus dem Jahr 1958.
    Foto: DPA

    Im September 2009 hatte die Schauspielerin selbst geduldig an derselben Stelle gewartet, als sich die prunkvolle Beisetzung ihres engen Freundes Michael Jackson fast eineinhalb Stunden verzögerte. Der vergoldete Sarg des Sängers war mit weißen Lilien und Rosen geschmückt, mehr als 200 geladene Gäste nahmen damals Abschied.

    Elizabeth Taylor
    Elizabeth Taylor bei Dreharbeiten zu dem Film «Cleopatra».
    Foto: DPA

    Taylors Goodbye war geradezu schlicht. Ein Sarg mit Gardenien, Veilchen und Maiglöckchen. Eine einstündige Feier, in der Schauspieler Colin Farrell ein Gedicht verlas, Taylors Kinder Abschiedsworte sprachen und einer ihrer Enkel die Trompete blies. So schnell hatten Taylors Fans und die Paparazzi nicht mit ihrer Beisetzung gerechnet. Doch die jüdische Tradition verlangt eine möglichst schnelle Bestattung. Vor ihrer Ehe mit dem Sänger Eddie Fisher war die Schauspielerin in den 50er Jahren zum Judentum konvertiert.

    Elizabeth Taylor
    Elizabeth Taylor trifft mit ihrem sieben Monate alten Sohn Michael Howard Fielding auf dem Londoner Flughafen ein (Archivfoto vom August 1953).
    Foto: DPA

    Für ihre letzte Ruhestätte suchte Taylor nicht etwa die Nähe zu einem ihrer vielen Ex-Männer, sondern die Nachbarschaft ihres engen Freundes Jackson, auf dessen Neverland Ranch sie 1991 zum achten und letzten Mal geheiratet hatte. Jacksons Gruft in dem Großen Mausoleum liegt direkt unter einem Glasfenster mit einer Nachbildung von Leonardo da Vincis Meisterwerk «Das letzte Abendmahl». Über Taylors Platz thront nach Angaben ihrer Sprecherin ein Marmorengel nach Michelangelos Vorlage.

    Elizabeth Taylor
    Elizabeth Taylor 1953 in Rom.
    Foto: DPA

    Taylor und Jackson seien in unterschiedlichen Flügeln des Gebäudes untergebracht, verriet Polizeisprecher Tom Lorenz der «Los Angeles Times». «An keinem anderen Ort in der Welt sind so viele berühmte Leute begraben», prahlte der Kalifornier. Der Beamte mag Recht haben. Auf der «Holy Terrace» (Heilige Terrasse) in dem Mausoleum wurden vor Jackson schon Stars wie Clark Gable, Jean Harlow und W.C. Fields bestattet.

    Im Volksmund heißt die weitläufige Friedhofsanlage mit Springbrunnen und Kunstwerken auch «Disneyland der Toten» - und das sicher nicht nur, weil der Vater der Micky Maus, Walt Disney, dort begraben ist. Auf den Grabsteinen und Inschriften der Grüfte sind Namen wie Jimmy Stewart, Spencer Tracy, Sammy Davis Jr., Errol Flynn und Humphrey Bogart zu lesen. 1906 wurde der Forest Lawn Memorial Park mit seinen alten Bäumen in einer parkähnlichen Landschaft in Betrieb genommen.

    Wer den Totenpark besuchen will muss schwere schmiedeeiserne Tore passieren. Die Fahrt entlang der Grabanlagen ist erlaubt, doch die Promigrüfte in dem Prunk-Mausoleum sind für Nicht-Angehörige tabu. Für Taylor-Fans haben sich mit dieser Wahl die Hoffnungen auf eine leicht zugängliche Pilgerstätte zerschlagen.

    Elvis-Fans können zum Grab des «King of Rock 'n' Roll» pilgern, das neben seiner einstigen Villa «Graceland» in Memphis (US-Staat Tennessee) liegt. Seit dem Tod von Marilyn Monroe am 5. August 1962 vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Verehrer der Schauspielerin ihre Grabstelle auf dem kleinen Friedhof Pierce Brothers Westwood Village Memorial Park unweit von Beverly Hills mit frischen Blumen schmücken.

    Taylor hätte auch die Nähe zur Ikone Monroe suchen können und sich neben ihrem Vater und ihrer Mutter, die dort seit 1968 beziehungsweise 1994 liegen, bestatten lassen können. Doch der letzte Wille von Liz Taylor war ein anderer.

    Kinonews
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik
    Claus Ambrosius 

    Leiter Kultur

    Claus Ambrosius

     

    Kontakt per Mail

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Redakteurin Kultur

    Anke Mersmann

     

    Kontakt per Mail

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Redakteurin Kultur

    Melanie Schröder

     

    Kontakt per Mail

    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!