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    Lieblingsfilme 2013

    Historiendramen, zarte Liebesgeschichten, Animationsfilme: Jede Woche kommen zahlreiche neue Filme in die deutschen Kinos. Einige sind große Blockbuster, andere finden eher im kleinen Rahmen ihr Publikum. dpa-Korrespondenten verraten, welche Werke ihnen in diesem Jahr besonders gefielen.

    "Blau ist eine warme Farbe"
    Adele Exarchopoulos und Lea Seydoux in «Blau ist eine warme Farbe».
    Foto: Alamode Film - DPA

    «Lincoln»: Spielbergs kluges Historiendrama
    Von Johannes von der Gathen, dpa =

    Berlin (dpa) - Es hätte eine staubtrockene Geschichtsstunde oder ein vor Pathos triefendes Heldengemälde werden können, aber Steven Spielberg gelang mit «Lincoln» ein kluges Historiendrama. Der Präsident wird nicht in den Olymp der amerikanischen Staatsmänner gehoben, sondern als Realpolitiker gezeigt, der ein großes Ziel hat - die Sklaverei abzuschaffen. Für diesen humanitären Quantensprung kämpft er nicht mit Waffen, sondern mit Worten und Argumenten. Demokratie als mühsames, unglamouröses Geschäft. Großartig Daniel Day-Lewis in der Titelrolle, der für seine Leistung mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller belohnt wurde.

    «The Counselor» - Brutale und wortreiche Thriller-Spannung
    Von Barbara Munker, dpa

    Los Angeles (dpa) - Die meisten Thriller fangen die Zuschauer mit dicht gepackter Handlung, brutaler Gewalt und schnellen Action-Szenen ein. Nicht «The Counselor» - der nimmt sich Zeit für wortreiche, philosophische Dialoge über menschliche Schwächen und tödliches Verderben. Dennoch ist der erbarmungsloser Drogenthriller von Regisseur Ridley Scott pure Anspannung, die unter die Haut geht und gleichzeitig nachdenklich macht. Man erlebt den brutalen Untergang eines schillernden Anwalts, der aus Geldgier bei einem großen Drogendeal mitmacht. Michael Fassbender gibt als «The Counselor» eine weitere schauspielerische Glanzleistung ab. Die komplexe Rolle hat der irisch-deutsche Star maßgeblich dem Originaldrehbuch von Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy zu verdanken. Der Autor von düsteren Romanen wie «Die Straße» und «Kein Land für alte Männer» lässt in seinem sprachlastigen Meister-Thriller Köpfe rollen und Worte fliegen.

    Tolle Twen-Komödie «Frances Ha» mit Greta Gerwig
    Von Gregor Tholl, dpa =

    Berlin (dpa) - Tänzerin Frances will mit ihrem Freund zusammenziehen, doch von einem Moment auf den anderen kommt es zur Trennung. Ihre beste Freundin Sophie verlässt urplötzlich die gemeinsame WG, die so stabil schien. Frances verliert langsam die Bodenhaftung: Ihre verwöhnten neuen Mitbewohner sind attraktiv, aber Frances kann vom Geld her nicht mit ihnen mithalten. Schließlich schmeißt ihre Tanzschule sie auch noch aus dem Ensemble für die Weihnachtsshow. Gegen Kost und Logis muss sie an ihrer alten Uni anheuern. Ein völlig misslungener Paris-Trip krönt die Komödie. Schließlich wagt Frances ein neues Leben. «Frances Ha» mit der bezaubernden Greta Gerwig ist eine Art US-Version von «Oh Boy» mit Tom Schilling, nur dass die Hauptfigur hier weiblich ist und dass der Film in New York spielt statt Berlin - ein leichtes Drama über die Wirrungen eines Großstadt-Twens, mit Szenen und Dialogen wie in einer guten Woody-Allen-Komödie. Wunderbar!

    «Der Mondmann» und die traumhafte Reise in die Welt der Fantasie
    Von Cordula Dieckmann, dpa =

    München (dpa) - Filme sind spannend, lustig, dramatisch. Doch nur wenige können verzaubern. «Der Mondmann» von Stephan Schesch nach dem Bilderbuch von Tomi Ungerer ist so ein Werk. Mit wunderbaren, künstlerischen Bildern erzählt er, wie der Mondmann eines Nachts auf die Erde fällt. Zum Entsetzen der Kinder, die nun nicht mehr schlafen können. Ein größenwahnsinniger Weltenherrscher will den bleichen Gesellen fangen. Doch zum Glück ist da noch der geniale Erfinder van der Dunkel, der seinen traurigen neuen Freund mit einer Rakete auf den Mond zurückschießen will. Die berührende Geschichte mit ihrem schrägen Humor, die liebevollen Zeichnungen und die traumhafte Musik nehmen die Zuschauer mit auf eine melancholisch-berauschende Reise. «Der Mondmann» ist ein Fest der Sinne und der Fantasie - für Kinder, aber auch für Erwachsene, die bereit sind, für gut eineinhalb Stunden in eine magisch-poetische Welt einzutauchen.

    «Blau ist eine warme Farbe»: Intensives Liebesdrama aus Frankreich
    Von Aliki Nassoufis, dpa =

    Berlin (dpa) - Mit dem Film «Blau ist eine warme Farbe» gelingt Regisseur Abdellatif Kechiche und seinen beiden Hauptdarstellerinnen Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux ein bemerkenswerter Spagat: In dem französischen Werk erzählen sie in knapp drei Stunden von der lesbischen Liebe zweier junger Frauen, ohne Scheu vor sehr intensiven, expliziten und ungewöhnlich langen Sexszenen. «Blau ist eine warme Farbe» lässt sich dabei aber nicht als Film über ein lesbisches Paar zusammenfassen oder gar auf die Sex-Szenen reduzieren. Stattdessen ist es das unglaublich stark gespielte Porträt einer jungen Frau und die universelle Geschichte der ersten großen Liebe - zärtlich, erotisch und tieftraurig. Das wurde belohnt: Bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes gab es im Mai die begehrte Goldene Palme. Ab 19. Dezember kommt der Film endlich auch bei uns ins Kino.

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    Der Mondmann

    Blau ist eine warme Farbe

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