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    Grütters erwartet wegen Trump Politisierung der Berlinale

    Richard Gere, Robert Pattinson, Catherine Deneuve und viele andere Stars kommen. Die Berlinale verspricht wieder ein glamouröses Programm. Deutschlands oberste Kulturchefin sieht aber auch Schatten.

    Berlinale
    Die Kulturstaatsministerin und der Berlinale-Direktor: Monika Grütters und Dieter Kosslick.
    Foto: Jörg Carstensen - dpa

    Berlin (dpa). Nach den umstrittenen Einreiseverboten von US-Präsident Donald Trump rechnet Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit einer Politisierung der Berlinale.

    „Das Dichtmachen der Grenzen in den USA hat sehr direkte Auswirkungen auf das internationale Filmgeschäft und auf das Kulturleben in Deutschland“, sagte Grütters vor Beginn der 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin (9. bis 19. Februar) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Es ist selbstverständlich, dass dieses Thema alle Künstler umtreiben wird.“ Trump hatte ein Einreiseverbot für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten verhängt.

    Eine weitere Herausforderung für Filmemacher ist ihr zufolge der erstarkende Nationalismus in vielen Ländern der Welt, in Europa etwa in Polen, Ungarn und der Türkei. „Deshalb freue ich mich besonders auf den Eröffnungsfilm 'Django', der die Frage nach dem Verhalten von Künstlern in einem autoritären System stellt“, sagte sie. „Wie schnell wird man vereinnahmt? Wie entschieden kann man sich widersetzen? Sich mit solchen Fragen filmisch zu beschäftigen, kann einen neuen, anderen Blick auf heutige Geschehnisse eröffnen.“

    Ungewöhnlich stark seien bei dem Festival diesmal Frauen vertreten, sagte Grütters mit Hinweis auf fünf Regisseurinnen bei insgesamt 24 Wettbewerbsfilmen. „Das zeigt, dass es nicht um das Geschlecht geht, sondern um Qualität. Und dass selbstverständlich genauso viele gute Frauen im Filmgeschäft tätig sind wie Männer. Ich hoffe, dass wir hier wirklich langsam eine Bewusstseinsänderung erreicht haben.“

    Eine positive Bilanz zog die CDU-Politikerin in diesem Zusammenhang zum neuen Filmförderungsgesetz, das der Bundestag Ende vergangenen Jahres mit großer Mehrheit verabschiedet hatte. In den Fördergremien seien inzwischen 50 Prozent Frauen, im Verwaltungsrat immerhin 30 Prozent. „Ich hätte mir gewünscht, dass auch der Bundesrat als Gremium der Länder bei der Entsendung seiner Vertreter den Aspekt der Gendergerechtigkeit berücksichtigt hätte“, so Grütters.

    Die jüngste Kritik von Hollywood-Regisseur Wolfgang Petersen („Das Boot“), sie spare die Filmbranche kaputt, wies die Staatsministerin zurück. „Davon kann keine Rede sein“, sagte sie. „Wir haben dauerhaft und verlässlich 50 Millionen Euro für den Deutschen Filmförderfonds festgeschrieben. Zusätzlich gibt es 15 Millionen Euro für die kulturelle Filmförderung und insgesamt 105 Millionen Euro 2017 für die allgemeine Filmförderung. Die deutschen Filmproduzenten kommen gut damit aus.“

    Ein Sonderfall sind allerdings Filmstudios, die auf große internationale Produktionen ausgerichtet sind. So habe das Studio Babelsberg in Potsdam weltweit einen hervorragenden Ruf, beste Produktionsmöglichkeiten und hochprofessionelle Teams, sagte sie. Dennoch sei die notwendige Auslastung mit großen Produktionen nicht ausreichend.

    „Das liegt an den steuerfinanzierten Fördermodellen, mit denen zum Beispiel Länder wie Ungarn, Italien oder Großbritannien die Produzenten locken“, so Grütters. „Für Deutschland ist es sehr fraglich, ob sich ein so radikaler Schwenk im Fördersystem auch unter Berücksichtigung der Länderförderungen nur annähernd auszahlen würde.“

    Die am Donnerstag beginnende Berlinale hat insgesamt ein Budget von rund 24 Millionen Euro. Etwa ein Drittel (7,2 Millionen Euro) kommt vom Bund. Die anderen Gelder stammen von Sponsoren und aus eigenen Einnahmen des Festivals.

    Sie habe die Bundeszuschüsse in diesem Jahr um eine Million Euro erhöht, sagte Grütters. Ein wichtiger Schwerpunkt sei die Nachwuchsförderung im Programm Berlinale Talents. „Mit seinem Zukunftspotenzial ist das ein Bereich, den wir noch weiter ausbauen sollten.“

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