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    Deutscher Beitrag „Western“ in Cannes gefeiert

    Im Wettbewerb zeigt Todd Haynes sein neues Werk mit Julianne Moore und Michelle Williams. Valeska Grisebach schafft es ebenfalls zum Filmfest an die Croisette - und wird bejubelt.

    Filmfestival Cannes
    die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach mit den Schauspielern Meinhard Neumann (l) und Syuleyman Alilov Letifov.
    Foto: Hubert Boesl - dpa

    Cannes (dpa). Der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach ist eine starke Premiere beim Filmfest Cannes gelungen. Die 49-Jährige stellte am Donnerstag ihren Beitrag „Western“ in der renommierten Nebenreihe „Un Certain Regard“ vor.

    Western
    In «Western» von Valeska Grisebach geht es um deutsche Bauarbeiter in Bulgarien.
    Foto: Handout/Coop99Film/Festival de Cannes - dpa

    Der Film erzählt mit zahlreichen Westernelementen und einem präzisen Blick für seine Protagonisten von deutschen Bauarbeitern, die für einen Auftrag in die Nähe eines bulgarischen Dorfes kommen. Im Wettbewerb brachte hingegen der US-Amerikaner Todd Haynes Julianne Moore und Michelle Williams an die Croisette.

    Filmfestival Cannes
    Regisseur Todd Haynes kennt sich gut aus in Cannes.
    Foto: Alastair Grant - dpa

    Grisebach beobachtet, wie sich die unterschiedlichen Kulturen argwöhnisch beäugen und besonders der Vorabeiter der Deutschen durch sein machohaftes und sexistisches Verhalten für Probleme sorgt. Ein anderer Arbeiter, Meinhard, hingegen versucht, auf die Dorfbewohner zuzugehen. Er findet tatsächlich bald Anerkennung und Freunde - landet aber auch bald zwischen den Fronten.

    Filmfestival Cannes
    Julianne Moore («Wonderstruck») ist eine der Liblings-Schauspielerinnen von Regisseur Todd Haynes.
    Foto: Alastair Grant - dpa

    „Western“ wird so zu einem spannenden und atmosphärisch dichten Werk über eine kleine Gemeinschaft, die vom Rest der Welt isoliert scheint. Das Werk, für das Grisebach auch das Drehbuch schrieb, wurde maßgeblich von Maren Ades („Toni Erdmann“) Produktionsfirma finanziert. Für Grisebach („Sehnsucht“) ist es der erste Film in Cannes.

    Filmfestival Cannes
    Michelle Williams spielt in «Wonderstruck» eine Mutter.
    Foto: Alastair Grant - dpa

    Todd Haynes hingegen war 2015 mit „Carol“ schon einmal im Wettbewerb - und zeigte dort nun erneut ein Werk, das in der Vergangenheit spielt. Er inszeniert „Wonderstruck“ auf zwei Zeitebenen und lässt darin jeweils ein gehörloses Kind von Zuhause abhauen und nach New York fliehen: Die Episode von Rose spielt in den 20er Jahren und ist in Schwarz-Weiß gefilmt. Bens Geschichte hingegen ist in den 70ern angesiedelt und fängt das Lebensgefühl mit Soul und David-Bowie-Musik wunderbar stimmungsvoll ein.

    Filmfestival Cannes
    Regisseur Todd Haynes ist mit seinen Schauspielern Michelle Williams (l-r), Julianne Moore, Jaden Michael und Millicent Simmonds nach Cannes gekommen.
    Foto: Arthur Mola - dpa

    An Haynes frühere Werke „Carol“ und „Dem Himmel so fern“, das er ebenfalls mit Moore drehte, kommt „Wonderstruck“ nun aber nicht heran. Dafür gibt es einfach zu viele erzählerische Längen, gerade bei dem Part aus den 20ern - der außerdem mit schwülsiger Musik unterlegt wurde, was der Geschichte teilweise sogar etwas Kitschiges verleiht. Dennoch gelingen Haynes durchaus starke Momente, vor allem wenn er die Kinder ausgiebig durch das New Yorker Naturkundemuseum streifen lässt. Dazu sagte der Regisseur in Cannes: „Ich habe auf die Imagination der Kinder fokussiert.“

    Filmfestival Cannes
    Uma Thurman ist Jury-Präsidentin der Reihe «Un Certain Regard».
    Foto: Thibault Camus - dpa

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