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    BerlinBerlinale: Solidarität mit Iraner Jafar Panahi

    Zahlreiche Prominente aus Film und Fernsehen haben bei der Berlinale gegen die Verurteilung des iranischen Regisseurs Jafar Panahi protestiert.

    Wim Wenders
    Wim Wenders gehört zu jenen Prominenten, die sich mit dem iranischen Regisseur Jafar Panahi solidarisch erklären.

    An einer Solidaritätsveranstaltung nahmen am Freitag die Präsidenten der Filmakademie, Iris Berben und Bruno Ganz, die Filmemacher Wim Wenders und Volker Schlöndorff sowie die internationale Festival-Jury unter Vorsitz von Isabella Rossellini teil.

    Die Veranstaltung fand am Jahrestag der Iranischen Revolution statt. Gezeigt wurde Panahis preisgekrönter Film «Offside», mit dem er 2006 den Silbernen Bären in Berlin gewonnen hatte. Sein Regie-Kollege Rafi Pitts, der inzwischen in Paris lebt, sagte zum Auftakt: «Die Solidarität, die es in der Filmindustrie gibt, ist sehr wichtig. Lassen Sie uns hoffen, das Jafar Panahi hier sein wird, bevor dieses Festival vorbei ist.»

    Panahi sollte eigentlich Mitglied der Jury werden, durfte aber nicht ausreisen. Kurz nach seiner Einladung war er in Teheran zu sechs Jahren Gefängnis und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt worden. Er ist derzeit nur gegen Kaution auf freiem Fuß. Bei der feierlichen Eröffnung des Festivals am Donnerstagabend hatte - wie zuvor schon in Cannes - ein leerer Stuhl demonstrativ an ihn erinnert.

    Isabella Rossellini las vor den rund 1600 geladenen Festgästen eine bewegende Botschaft Panahis vor. «Als sozialkritischer Filmemacher muss ich mich damit abfinden, die alltäglichen Probleme und Sorgen meines Volkes nicht mehr zeigen zu können», hatte er geschrieben. «Aber ich werde nicht aufhören, davon zu träumen, dass es in 20 Jahren keines dieser Probleme mehr geben wird und ich dann, wenn ich wieder die Möglichkeit dazu habe, Filme über den Frieden und den Wohlstand in meinem Land machen werde.»

    Berlinale-Chef Dieter Kosslick berichtete am Freitag, Panahi habe Rossellinis Vortrag über Telefon mithören können. Der Regisseur hatte ausdrücklich darum gebeten, seinen Text zu verlesen, auch wenn ihm dadurch weitere Repressalien drohen könnten. Er gilt als einer der profiliertesten Filmemacher des Iran und bekennt sich zur Oppositionsbewegung.

    Zum Zeichen der Solidarität gibt es bei der Berlinale dieses Jahr auch Bären in grün, der Farbe der iranischen Opposition. Auch die Tageszeitung «taz» erschien am Freitag mit grünem Druck. Im weiteren Verlauf des Festivals sollen noch andere Filme Panahis gezeigt werden.

    Für den kommenden Donnerstag (17.2.) ist eine Diskussion mit iranischen Filmemachern und Künstlern geplant, bei der es um die Einschränkung der Freiheit und Meinungsäußerung im Iran geht. «Das Festival hält am Jury-Platz für Jafar Panahi fest und setzt ein Zeichen, seinen Freiheitskampf zu unterstützen», heißt es auf der Internetseite der Berlinale.

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