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    ParisWoody-Allen-Doku: Porträt und Filmgeschichte

    Woody Allen schreibt all seine Filme auf einer deutschen Schreibmaschine aus den 60er Jahren. Er arbeitet altmodisch: ohne Tipp-Ex und nur mit Schere. Erstaunlich für einen Vielschreiber wie den amerikanischen Kultregisseur.

    «Woody Allen: A Documentary»
    Regisseur Robert B. Weide (r.) begleitete Woody Allen zwei Jahre lang.
    Foto: B Plus Productions/NFP - DPA

    In «Woody Allen: A Documentary» schaut der preisgekrönte Dokumentarfilmer Robert Weide dem New Yorker bei der Arbeit über die Schulter und folgt ihm bis in sein Schlafzimmer. Zwei Jahre lang hat Weide den 76-Jährigen begleitet. Das Ergebnis: Ein einfühlsames Porträt und zugleich 50 Jahre Filmgeschichte.

    Woody Allen wurde als Sohn jüdischer Eltern im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren. Woody nannte er sich erst mit 16, als er mit dem Schreiben von Witzen für große Tageszeitungen bald mehr Geld verdiente als seine Eltern. Dann winkte die Bühne: Mit seinen One-Man-Shows füllte er die New Yorker Nachtclubs. Seine Manager bezeichneten ihn als den ungeschicktesten und schlechtesten Komiker, der ihnen je zu Gesicht gekommen war. Das Publikum war von seiner unbeholfenen und schüchternen Art jedoch begeistert, die zu seinem Image werden sollte.

    In dieser Rolle als Stand-up-Comedian hat sich Allen jedoch nie wohl gefühlt, wie er vor der Kamera gesteht. Sein Filmdebüt als Drehbuchautor feierte Allen schließlich 1965 mit «Was gibt's Neues, Pussy?», eine Komödie über einen notorischen Frauenhelden, in der er auch als Darsteller mitwirkte.

    Weide geht in seiner Dokumentation bis zur Kindheit des Filmemachers zurück. Er zeigt sein Geburtshaus, seine Schule, in die er nur ungern ging. «Als ich ihn bat, mir seine Schule zu zeigen, sagte er: "Aber wen interessiert das?" Bei seinem Geburtshaus, dieselbe überraschende Reaktion: "Sie glauben, so etwas interessiert?"», erzählte Weide der dpa in einem Gruppengespräch in Cannes, wo das Biopic auf dem diesjährigen Filmfestival Weltpremiere feierte.

    Er gilt als notorisch scheu - trotz seiner Erfolge und auch Skandale. Umso mehr erstaunt, dass Allen dem Regisseur sein Haus öffnet und uns bis in sein Schlafzimmer führt. In der Schublade seines Nachttischs häufen sich handgeschriebene Notizen. Ideen wie er sagt, aus denen irgendwann Filme werden. «Das Schwierigste war, Woody Allen zu diesem Film zu überzeugen. Die Zusammenarbeit danach war unkompliziert. Er war sehr großzügig», erklärte Weide. Der Dokumentarfilmer war auch der erste, der bei einem Dreh mit dabei sein durfte.

    Allen ist ein Workaholic. Wenn er nicht dreht, dann schreibt er oder spielt als Klarinettist in einer Jazz-Band, mit der er im vergangenen Jahr auch in Deutschland tourte. «Er kann nicht einfach mal ein paar Wochen abschalten, nichts tun und Urlaub machen», sagte Weide. «Das muss psychologische Gründe haben», fügte er hinzu.

    Und da bleibt der Zuschauer etwas auf der Strecke. In dem fast zweistündigen Biopic kommen zwar alle wichtigen Weggefährten des Regisseurs zu Wort: Allens Schwester, seine Produzenten, Schauspielpartner wie Sean Penn oder Scarlett Johansson und sowie seine Ex-Frau Louise Lasser und ehemalige Partnerin Diane Keaton. Doch über den Menschen Woody Allen erfährt man nur wenig. Aber das scheint nicht Weides Anliegen gewesen zu sein. Er wollte wissen, wie Allen arbeitet, wie er Regie führt, sagte er in dem Gespräch. Das ist ihm gelungen.

    Woody Allen: A Documentary

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