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    BerlinRodriguez zückt die «Machete»: Gutes Splatter-Kino

    Ein Weichei scheint Robert Rodriguez nicht gerade zu sein. Zumindest wenn man sich seine Filme wie «Planet Terror» und «From Dusk Till Dawn» anschaut: Dort spritzt das Blut, werden Arme, Beine und Köpfe abgeschlagen und hin und wieder fliegen gar ganze Körper durch die Luft.

    «Machete»
    Danny Trejo bei der Premiere des Films «Machete» in Hollywood.

    «Machete», Rodriguez' neues Werk, macht da keine Ausnahme. Auch hier wird fleißig gemetzelt, gerne mit der titelgebenden Machete. Für zarte oder schreckhafte Nerven ist das sicher nichts. Dennoch ist «Machete» beste Exploitation-Unterhaltung mit reißerischen Splatter-Elementen, die sich selbst erfrischend auf die Schippe nimmt und dabei nebenbei noch den Aufstand der illegalen Einwanderer aus Mexiko in den USA probt. Und noch etwas: Skandal-Actrice Lindsay Lohan ist in «Machete» mal wieder auf der Leinwand zu sehen.

    Gleich in der Anfangssequenz wird klar: Der Mexikaner Machete hat vor nichts und niemandem Angst. Er nimmt es furchtlos und alleine gleich mit einer ganzen Bande hartgesottener Entführer auf und metzelt einen nach dem anderen mit seiner Machete hin. Doch das hilft dem Mexikaner in diesem Fall wenig, denn er wurde reingelegt und findet sich einige Jahre später als Illegaler in den USA wieder.

    Diesen Ex-Agenten spielt Danny Trejo, ein alter Bekannter aus dem Rodriguez-Universum. Mit langer wilder Mähne, tätowiertem Körper und alternder, aber durchaus muskulöser Brust verkörpert er diesen gebeutelten Kämpfer bestens wie einst Mickey Rourke den «Wrestler». Auch Machete muss sich immer wieder von unten hochkämpfen, wird immer wieder reingelegt und muss um sein Leben kämpfen.

    Der US-Regisseur und enge Quentin-Tarantino-Freund Rodriguez verpackt das alles in einer herrlich überdrehten Geschichte um mexikanische Einwanderer, die in den USA aufs Böseste schikaniert werden - allen voran von dem rassistischen Senator McLaughlin alias Robert De Niro - und dagegen irgendwann den bewaffneten Aufstand beginnen. Zu einem realistischen Sozialdrama wird «Machete» dadurch aber noch lange nicht, dafür überspitzt Rodriguez viel zu gern.

    Die Bösen sind daher besonders fies und durchtrieben und das Kunstblut splattert fast ohne Unterlass - da muss ein aus dem Bauch gerissener Darm schon mal als Behelfs-Seil herhalten, mit dem sich Machete bei der Flucht vor den Gangstern durchs Fenster katapultiert. Was bei Rodriguez - und genremäßig - außerdem nicht fehlen darf: extrem sexy Frauen. Oft nur spärlich bekleidet geizen sie nicht mit ihren Reizen. Dumme Hühnchen sind sie aber nicht. Im Gegenteil, mit Waffen können auch sie bestens umgehen und so kämpft Machete mit mehreren Frauen an seiner Seite.

    Dazu gehören Jessica Alba als toughe Polizistin und Michelle Rodriguez als Untergrundkämpferin. Lindsay Lohen ist dabei zwar nur in einer Nebenrolle zu sehen. Dennoch ist nicht nur bemerkenswert, dass Lohen trotz ihrer zahlreichen Partyexzesse und Skandale im Privatleben wieder eine Rolle ergattert hat. Sondern auch, dass sie durchaus selbstironisch eine verzogene Göre spielt, die gern mal nackt durchs Bild läuft. Hinzu kommen in «Machete» Auftritte der schon fast vergessenen Stars Steven Seagal und Don «Miami Vice» Johnson sowie ein dröhnend-cooler Soundtrack - das alles macht «Machete» zu einem durchaus amüsanten Kinoerlebnis.

    www.machete-film.de

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