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    „Rammstein: Paris“ mit brachialer Gewalt

    Mit Fackel und Fahne bahnen sich sechs Gestalten den Weg durch die Menge zur Bühne. Dort zählt der Frontmann los: „eins, zwei...“. Und dann fegt ein Orkan aus Feuer und hartem Rock über die Leinwand: Musikkino mit Deutschlands bekanntester Band.

    Rammstein: Paris
    «Rammstein: Paris» ist ein Konzertfilm, der mit entfesselter Pyrotechnik, atemberaubenden Spezialeffekten sowie häufigen Requisiten- und Kostümwechseln aufwartet.
    Foto: Rammstein - dpa

    Frankfurt/Main (dpa) - Was zur Hölle passiert da gerade? Literweise künstliches Blut und Sperma. Flammenwerfer. Blitzende Stahlklingen. Eine Kanone in Penisform schießt Schaum in eine entfesselte Menge. Pyrotechnik, Spezialeffekte, Requisiten- und Kostümwechsel ohne Ende.

    Der Konzertfilm „Rammstein: Paris“ ist wie eine Orgie - und nichts für Zartbesaitete. Während der „Made in Germany“-Tour hielt der schwedische Regisseur Jonas Åkerlund im März 2012 bei zwei Konzerten vor je 17 000 Zuschauern in Paris ein Live-Spektakel fest, das optisch und musikalisch seinesgleichen sucht. Fünf Jahre später kommt das Werk nun in die deutschen Kinos - aber nur für drei Tage.

    „Ramstein: Paris“ ist anders als die 2015 erschienene DVD „Rammstein in Amerika“ keine Dokumentation, die von Interviews und Erläuterungen umrahmt wird. Der neue Film ist im Grunde ein 98 Minuten langer Videoclip. Musik pur - 16 Songs mit all den Provokationen, Obszönitäten, Geschmacklosigkeiten, mit all der Gewalt und dem testosteronlastigen Bühnenzauber, für die Rammstein bekannt und umstritten sind. Und wegen der „Rammstein: Paris“ auch erst ab 16 Jahren freigegeben ist.

    Um das Live-Erlebnis ins Kino rüberzubringen, filmte Regisseur Åkerlund die zwei Auftritte mit rund 30 Kameras komplett mit. Zusätzlich hielt er für die Nahaufnahmen Sänger Till Lindemann und den anderen Bandmitgliedern bei einer Generalprobe ohne Publikum die Kamera vor die Nase. Aus dem Material schnitt der Videokünstler, der auch schon für Metallica, Madonna, Rolling Stones, Coldplay und andere Großen im Musikgeschäft produziert hat, den Film zusammen. „Rammstein ist ein zeitlose Kunstwerk“, sagt Åkerlund, der schon früher mit den sechs Berlinern zusammengearbeitet hat. „Was dieser Film zeigt, war nicht nur 2012 gültig, es wird für immer relevant bleiben.“

    Eintrittskarten für Rammstein-Konzerte sind meist binnen weniger Minuten vergriffen. Eingefleischte Fans, die bei der „Made in Germany“-Tour leer ausgingen, werden bei dem neuen Film auf ihre Kosten kommen. Und wer damals ein Ticket ergattern konnte, entdeckt in dem Film sicher das eine oder andere, was ihm live entgangen war. Doch „Rammstein: Paris“ ist nach Åkerlunds Ansicht nicht nur für Fans gemacht: „Auch wenn du dich einfach nur für Kunst und Theater interessierst - dann kann ich dir diesen Film empfehlen.“ Nicht-Fans wird dieser Film vermutlich ratlos machen - oder in seinen Bann ziehen. Eines ist sicher: Kalt lassen wird dieser Film keinen Kinogänger.

    Rammstein: Paris, Deutschland 2016, 98 Min., FSK 16, von Jonas Åkerlund, mit Paul Landers, Till Lindemann, Flake Lorenz, Richard Kruspe, Oliver Riedel, Christoph Schneider

    Rammstein: Paris

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