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    Berlin«2 Tage New York» von Delpy: Kulturschock-Komödie

    Vor fünf Jahren war die Pärchen-Komödie «2 Tage Paris» ein Überraschungserfolg. Allein in Deutschland sahen den obszön lustigen Kulturschock-Film gut 280 000 Kinobesucher.

    «2 Tage New York»
    Julie Delpy tritt in Woody Allens Fußstapfen.
    Foto: Senator - DPA

    Jetzt kommt die französische Filmemacherin und Schauspielerin Julie Delpy (42), die zusammen mit Ethan Hawke in den romantischen Filmen «Before Sunrise» und «Before Sunset» zum Star wurde, mit einer Fortsetzung in die deutschen Kinos: «2 Tage New York».

    «La Grande Nation trifft auf den Big Apple - ein wunderbar charmantes Filmvergnügen», urteilt die Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung. Mit allem Recht, auch wenn der neue Film nicht ganz an den Charme des ersten Teils heranreicht.

    Im Jahr 2007 fiel die Filmfigur Marion (Delpy) bei ihren kauzigen 68er-Eltern in Paris ein, zusammen mit ihrem amerikanischen Freund, den Adam Goldberg herrlich überfordert darstellte. In der Fortsetzung ist die Hauptfigur, die mit ihrem kleinen Sohn in New York lebt, längst mit einem anderen Mann zusammen - und zwar mit Mingus (Chris Rock), dem alleinerziehenden Vater einer Siebenjährigen. Immer wieder streitet sich das Paar um die richtige Art der Erziehung.

    Eines Tages kommen Marions schrulliger und dicker Papa (wieder gespielt von Delpys echtem Vater Albert Delpy) sowie ihre neurotisch-nymphomanische Schwester Rose und der penetrante Ex-Freund Manu zu Besuch. Obwohl es nun zu den erwartbaren Klischee-Problemen, zum Beispiel dem Gegensatz zwischen eher freizügigen oder drogenaffinen Franzosen und angeblich verklemmtem und puritanischen Amerikanern kommt, und natürlich zahlreichen Sprachbarrieren, entfaltet diese Culture-Clash-Komödie einen besonderen Reiz in all ihrer ganzen Überdrehtheit.

    Witzig wird es zum Beispiel, wenn Mingus sich seinen Beziehungsfrust bei einer Papp-Figur von Barack Obama von der Seele redet oder Fotokünstlerin Marion auf einer Vernissage ihre Seele an den diabolischen Schauspieler Vincent Gallo, der sich selbst spielt, versteigert. Erst ist Marion enttäuscht, dass ihre Seele weniger wert ist als sie dachte. Dann will sie sie doch wieder zurückhaben, obwohl sie eigentlich nicht an eine Seele glaubt. Gallo will sie aber nicht mehr herausrücken. Irre!

    Wie schon in «2 Tage Paris» ist auch wieder Daniel Brühl in einer kleinen, verrückten Nebenrolle zu sehen. Spätestens mit dieser Komödie findet die Filmwelt eine würdige Nachfolgerin von Woody Allen. Delpy wird immer mehr zur Expertin für völlig abgedrehte Großstadt- und Beziehungskomödien.

    2 Tage New York

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    Deutsche Film- und Medienbewertung

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