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  • Flüchtlinge kamen und gingen

    Im Eiltempo hatten vor einem Jahr die Behörden Unterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet – auch in Rheinland-Pfalz. Mittlerweile wurden die Kapazitäten wieder halbiert, und man fragt sich: War's jetzt so schlimm?

    Zum einen sind da die Zahlen. Die großen Landeseinrichtungen in Trier, Ingelheim, Hermeskeil, Kusel, Diez und Speyer sowie den zu Trier gehörenden Außenstellen zählen rund 7300 Erstaufnahmeplätze. Rheinland-Pfalz zählte in diesem Jahr bis Mitte November knapp 14.800 Flüchtlinge, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 52.846. 

    5627 Flüchtlinge wurden von Januar bis September dieses Jahres aus Rheinland-Pfalz ins Ausland zurückgeführt. Darunter waren 616 Abschiebungen und 5011 freiwillige Rückführungen.

    Mehrere Aufnahmeeinrichtungen wurden inzwischen wieder geschlossen oder es gibt bereits Pläne für andersartige Nutzung, etwa für die Birkenfelder Heinrich-Hertz-Kaserne, für die Unterkunft in Koblenz-Bubenheim, in Diez und den Stegskopf bei Daaden.

    Zum anderen sind da die Erlebnisse. „Kein Gesetz kann, was diese Frauen jeden Tag machen", urteilte unser Redakteur Dietmar Telser, nachdem er Flüchtlingshelferinnen begleitet hatte. Lesen Sie seine Geschichte hier. In einer großen Serie hat die Rhein-Zeitung Merkels geflügeltes Wort „Wir schaffen das" mit einem Ausrufe- und einem Fragezeichen versehen und so in vielen Teilen dessen Wahrheitsgehalt erspürt. Tenor: Ja, wir schaffen das – aber nur mit klaren Regeln und Vorgaben.

    Der Schrecken vom Jahreswechsel 2015/16, als in der Silvesternacht unter anderem am Kölner Hauptbahnhof Hunderte von Frauen belästigt oder gar vergewaltigt wurden, darf sich jedenfalls nicht wiederholen. Die meisten Täter, so stellte sich später heraus, waren als Flüchtlinge ins Land gekommen.

    Von Marcus Schwarze