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    Gleneagles«Eurofighter» mit Spaß und Teamgeist in Ryder Cup

    Bei einem Konzert und Gala-Dinner stimmten sich Martin Kaymer und die «Eurofighter» auf den Großauftrag ein. Mit dem Teamgeist der deutschen Fußball-Weltmeister wollen Europas Golfstars den Ryder Cup gegen die USA zum zweiten Mal erfolgreich verteidigen.

    Martin Kaymer
    Martin Kaymer will mit dem Team Europa den Ryder Cup gegen die USA verteidigen.
    Foto: Andy Rain - DPA

    «Die Nationalmannschaft hat in Brasilien gezeigt, wie man als Gemeinschaft Erfolg hat. So ähnlich sollte das Gefühl bei uns sein», sagte der 29 Jahre alte Musterprofi aus Mettmann vor dem 40. Ryder Cup von Freitag bis Sonntag im schottischen Gleneagles. «Es geht darum, füreinander zu kämpfen, füreinander da zu sein.»

    Dem Rheinländer wird bei seiner dritten Teilnahme am Kontinentalwettkampf vermutlich eine führende Rolle zukommen: Er könnte zusammen mit dem Weltranglistenersten Rory McIlroy aus Nordirland im klassischen Vierer (Foursomes) abschlagen. Die zwei Major-Sieger von 2014 gingen am Donnerstag zum dritten Mal gemeinsam auf eine Trainingsrunde.

    Beim abwechselnden Spiel über 18 Löcher müssen sich die Partner gut verstehen. «Es ist kein Geheimnis, dass ich gut mit Rory auskomme. Wir haben eine Menge Spaß», sagte Kaymer, «und besonders bei den schwierigen Foursomes ist das wichtig.» Ob er denn mit dem von McIlroy favorisierten Ball eines anderen Herstellers schlagen könne? «Der Ball ist mir eigentlich egal, Hauptsache er ist weiß», sagte er lachend.

    Für die Fourballs am Freitagmorgen, bei denen jeder Spieler seinen eigenen Ball schlägt, wird McIlroy mit dem Spanier Sergio Garcia heiß gehandelt. Der Nordire wird seinen neuen Driver auf dem etwa 7000 Meter langen Kurs in den schottischen Highlands einsetzen. 45 000 Zuschauer werden über den Golfplatz strömen und für laute Stadion-Atmosphäre sorgen.

    Kaymer weiß, was auf ihn zukommt. In der Vorbereitung auf das Mega-Event fühlte er sich sichtlich wohl in dem lockeren Miteinander, das Europas Kapitän Paul McGinley fördert. Auf die kritische Frage, ob er mit fünf Assistenten nicht zu viel dabei habe, sagte der Nordire, Bundestrainer Joachim Löw hätte 33 Leute hinter sich gehabt. «Es gefällt mir, dass Paul den Erfolg der Deutschen als Inspiration nimmt. Wir sind einfach gut strukturiert», sagte Kaymer.

    Insgesamt hat aber die USA mit 25:12 Siegen bei zwei Unentschieden die Nase vorn. Bei Remis behält der jeweilige Titelverteidiger den Cup. 1969 profitierte die USA von der Regel, 1989 Europa.

    Auch die kleinen Nadelstiche aus dem amerikanischen Team, das seit 1993 nicht mehr auf europäischem Boden gewinnen konnte, prallten an den Europäern ab. Auf die Frage, ob das US-Team wegen des fehlenden Mannschaftsgefühls so lange nicht erfolgreich gewesen sei, antwortete das amerikanische Ass Phil Mickelson: «Well, wir sind nicht nur in der Lage, miteinander zu spielen, wir reichen auch keine Klage gegeneinander ein. Und das ist ein richtiges Plus, um in diese Woche zu gehen.» Der kleine Giftpfeil ging in Richtung McIlroy und dessen Teamkollegen Graeme McDowell (Nordirland), die wegen der Vermarktung von McIlroy in ein Gerichtsverfahren verstrickt sind. Beide wurden jahrelang von der gleichen Agentur betreut, an der McDowell Anteile hält.

    «Ich konnte nicht widerstehen, sorry», sagte ein gut aufgelegter Mickelson, der bei seinem zehnten Cup genau weiß, wie psychologische Kriegsführung aussieht. Kaymer tat den Seitenhieb als unwichtig ab: «Das ist kein Thema für uns. Es gehört zu den Sachen, die man liest und dann drüber lacht. Am Ende des Tages geht es darum Golf zu spielen. Solche Dinge sind eigentlich überflüssig.»

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