Schrift:

E-Zigarette boomt trotz Warnung: Kommt das Aus?

Düsseldorf (dpa) - Die E-Zigarette ist in Deutschland gefragt wie nie - und umstrittener denn je. Experten sehen große Gesundheitsrisiken. Erste Bundesländer haben den Verkauf verboten. Sogar in China, wo die E-Zigarette entwickelt wurde, darf nicht mehr gedampft werden.

E-Zigarette umstrittener denn je
Von wegen unbedenklich: Welche Schäden und Nebenwirkungen durch die E-Zigarette drohen, ist noch weitgehend unerforscht. (Foto: Marcus Brandt)
DPA

Man raucht sie nicht, man dampft sie. Deshalb halten manche die elektrische Zigarette für gesundheitlich eher unbedenklich. Die E-Zigarette boomt, wird aber von Experten immer kritischer beäugt. In dem Minigerät aus Akku und elektrischem Vernebler wird eine Flüssigmischung verdampft und inhaliert. Es wird kein Tabak verbrannt, kein Teer aufgenommen. Wie riskant die E-Zigarette ist, was genau in den sogenannten Liquids steckt, welche Schäden und Nebenwirkungen drohen, ist noch weitgehend unerforscht. Die Warnungen werden allerdings eindringlicher. Erste Bundesländer haben das Produkt verboten.

«Verbraucher sollten sich darauf verlassen können, dass ein Produkt gesundheitlich unbedenklich ist - und das ist bei der E-Zigarette in keinster Weise gegeben», sagt Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). «Man sollte bei diesem neuen Produkt, das so massiv auf den Markt drängt, auch aus den Fehlern der Vergangenheit lernen», mahnt die Expertin mit Blick auf den herkömmlichen Glimmstängel. «Die normale Zigarette hat im letzten Jahrhundert Millionen Tote verursacht und wäre nie zugelassen worden, wenn wir das heutige Wissen vor hundert Jahren gehabt hätten.»

Die Rechtslage bei E-Zigaretten in Deutschland ist uneindeutig. In Bayern ist der Handel mit nikotinhaltigen E-Zigaretten laut DKFZ schon seit der Einführung vor einigen Jahren untersagt. Im Dezember 2011 erklärte Nordrhein-Westfalen sie für illegal. Anfang Januar 2012 folgte Bremen, weiß Pötschke-Langer. «Da könnte etwas ins Rollen kommen. Die Länder machen sich Gedanken, wie sie gemeinsam vorankommen.» Verbraucherschutz funktioniere nur flächendeckend. Solange man sich in anderen Bundesländern legal eindecken und übers Internet problemlos ordern kann, brummt das Geschäft weiter.

Aber: «Was derzeit auf dem Markt ist, ist alles nicht zugelassen und nicht geprüft», warnt NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Die Flüssigsubstanzen enthalten der Grünen-Politikerin zufolge so hohe Nikotin-Mengen, dass sie als Arzneimittel einzustufen sind - und damit nach den strengen Auflagen des Arzneimittelgesetzes zugelassen werden müssten. Sind die erhältlichen Liquids aber allesamt nicht. Ergo gelten Handel und Verkauf in NRW als rechtswidrig.

Viele Fragezeichen gibt es bei den Mixturen. Sie enthalten unterschiedliche Mengen Nikotin - ein Nervengift und Suchtmittel. Manche sind nikotinfrei, enthalten Aromen wie Schoko-Karamell oder Lakritz. «In der E-Zigarette ist nicht der ganze Dreck drin, sie ist zwar nicht gesund, aber weniger schädlich», sagt Alexandra Funck. Die 42-Jährige will damit von der herkömmlichen Zigarette weg. Und: «Es bleiben keine Kippen zurück, keine Asche. Die Klamotten stinken nicht und man belästigt auch seine Mitmenschen nicht.» Das Verbot versteht die Düsseldorferin nicht. «Dann müsste man auch die normalen Zigaretten verbieten oder nur noch über die Apotheken verkaufen.»

1 von 2
Weiter
1.0
1,0 (81 Stimmen)

Leserkommentare (39)

1
von djx vom 17.01 - 10:36 Uhr
Mal wieder verantwortungsloser Copy-Paste-Journalismus der untersten Schublade, niveaulos, peinlich, die Fakten gänzlich ausblendend. Einfach nur ...
2
von MontyC vom 17.01 - 10:57 Uhr
Dieser Artikel ist manipulativ und in großen Teilen schlichtweg falsch und somit einfach nur schlecht! Die elektrische Zigarette ist weder in der ...
3
von Victoria vom 17.01 - 11:07 Uhr
[B]Ich glaube nicht, dass die E-Zigarette so harmlos ist.[/B] [B]Es handelt sich ganz klar [U]nicht[/U] um ein "gesundes" Rauchen, wie es ...