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    ArnheimZuversicht in Ghana setzt Boateng & Co. unter Druck

    Die Erwartungshaltung ist mehr als zwei Wochen vor der Fußball-WM fast schon beängstigend groß beim zweiten deutschen Gruppengegner aus Ghana.

    Vorbereitungen beginnen
    Kevin-Prince Boateng hat auch endlich in Ghanas WM-Trainingslager eingecheckt.
    Foto: Khaled Elfiqi - DPA

    Staatspräsident John Dramani Mahama und Verbandspräsident Kwesi Nyantakyi haben den Titelgewinn zum Ziel des ganzen Landes ausgerufen - als sei es selbstverständlich, dass die «Black Stars» bei einem Fußball-Großereignis extrem weit kommen müssen. «Wir erwarten und beten, dass Ghana zum ersten Mal in unserer Geschichte die Weltmeisterschaft holt», verkündete der Staatschef knapp. Was auch bedeutet: Fehler dürfen sich die ghanaischen WM-Profis um den Schalker Kevin-Prince Boateng in Brasilien bloß nicht erlauben.

    Als Mahama seine Ansprüche bei einem Abendessen mit dem Team in der Hauptstadt Accra deutlich machte, fehlte Boateng noch. Erst mit einiger Verspätung reiste er zur Mannschaft, die sich nach einem ersten Lehrgang in der Hauptstadt Accra inzwischen im niederländischen Arnheim auf ihre Gruppengegner Deutschland, Portugal und USA einstimmt. Nationaltrainer James Kwesi Appiah hatte Boateng als einem seiner größten Hoffnungsträger etwas länger freigegeben - wohl auch, weil beide prima miteinander können.

    Als international geschätzter Profi ist Boateng weitaus mehr als ein plumper Befehlsempfänger des 53 Jahre alten Coaches. «Der Trainer schreibt mir nach jedem Spiel, sucht die Kommunikation mit mir. Er möchte noch lernen und sich weiterentwickeln», berichtete der Gelsenkirchener Mittelfeldprofi. Sein Draht zu Appiah ist eng, seine Rolle im Team bedeutungsvoll: Neben Kwadwo Asamoah (Juventus Turin) und den beiden Milan-Stars Sulley Muntari und Michael Essien wird der 27-Jährige beim Turnier in Südamerika ganz besonders im Blickpunkt stehen. Die Meinung in der Heimat ist klar: Scheitert das ghanaische Team schon in der WM-Gruppenphase, hat es versagt.

    Trotz der frühen Duelle mit den Mitfavoriten Deutschland und Portugal rechnet damit niemand im Land des WM-Viertelfinalisten von 2010. So verlängerte der Ghanaische Fußball-Verband GFA kurz vor der WM gar vorzeitig Appiahs Trainervertrag bis Juli 2016 - ungeachtet der Gefahr einer schnellen Heimreise aus Brasilien. «Das kommt zur richtigen Zeit, weil es das Vertrauen in meine Fähigkeiten stärkt», sagte Appiah, der damit auch bei der Afrika-Meisterschaft kommendes Jahr in Marokko Chef sein soll. Jedenfalls dann, wenn die WM nicht zum Desaster wird und der anspruchsvolle Verbandspräsident Nyantakyi nicht plötzlich im Trainer den Schuldigen ausmachen sollte.

    Nach dem hochkarätigen Testspiel gegen die Niederlande an diesem Samstag in Rotterdam muss der Coach noch ein Trio aus seinem 26 Spieler umfassenden vorläufigen Aufgebot streichen. Ihren letzten WM-Test bestreiten die Ghanaer am 9. Juni in Miami gegen Südkorea, ehe sie ihr WM-Quartier in Maceió im brasilianischen Bundesstaat Alagoas beziehen. Sieben Tage später wird es zum Vorrundenauftakt gegen die USA in Natal ernst. «Alles ist möglich, doch wir sind realistisch genug, um zu wissen, dass man sich zunächst nicht zu hohe Ziele setzen sollte», behauptete Michael Essien zuletzt. Zumindest diese Einschätzung teilen längst nicht all seine Landsmänner.

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