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    Seleção will sich nicht von Protesten stören lassen

    Rio de Janeiro (dpa). Von zwei eher kleineren Protestaktionen lässt sich die brasilianische Nationalmannschaft nicht so schnell aus dem Rhythmus bringen. Die Seleção bewies bei ihrem Zusammentreffen vor der Fußball-WM Gelassenheit im Umgang mit diesem Thema - wie schon beim Confed Cup 2013.

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    Trainer Scolari (l) und Parreira besichtigen das WM-Trainingsgelände in Teresopolis.
    Foto: Marcelo Sayao - DPA

    In Rio de Janeiro demonstrierten vor den Augen des Favoriten knapp 200 Personen, vor der Unterkunft in Teresópolis etwa 50. Für Carlos Alberto Parreira, den Technischen Direktor des Auswahlteams und Mitstreiter von Nationaltrainers Felipe Scolari, stehen die Anhänger hinter dem Team des WM-Gastgebers und Rekord-Weltmeisters.

    Der 71-Jährige Parreira hatte Brasilien 1994 zum WM-Titel geführt und war 2006 mit der Mannschaft in Deutschland im Viertelfinale gescheitert. Sechs verschiedene Nationalteams hat der fast immer gelassene Mann schon trainiert. «Was habe ich gelernt in sechs oder sieben Weltmeisterschaften? Dass es das wichtigste ist, außerhalb des Spielfeldes zu gewinnen und das ist nicht einfach. Das beinhaltet den operativen Teil, Logistik, Planung, Beziehung zu den Fans, der Presse, Arbeitsklima. Das haben wir schon geschafft, deshalb haben wir schon eine Hand am Pokal», sagte Parreira nun der Tageszeitung «O Globo».

    Der Ex-Nationaltrainer ist davon überzeugt: «Die Seleção wird ein Grund zum Stolz sein, sie wird unterstützt und ermutigt werden. Der Fan wird der zwölfte Spieler sein, wie es beim Confederations Cup war.» Scolari soll die Mannschaft um Stürmerstar Neymar zur «Hexacampeão», zum sechsten WM-Triumph führen. Er hatte es 2013, als während der WM-Generalprobe die Proteste in der Bevölkerung hochkochten, geschafft, dass sich nicht auch noch zwischen der Seleção und der Anhängerschaft ein Graben auftat. «Die Seleção ist das Volk, wir sind das Volk» - diesen Satz prägte Scolari damals.

    Seine Profis logieren nun auf der aufpolierten Anlage «Granja Comary» des Brasilianischen Fußball-Verbandes CBF in Teresópolis, rund 100 Kilometer nördlich von Rio. Scolari will sich auch nicht ablenken lassen von den andauernden Protesten auf den Straßen. «Wir sind hier, um Fußball zu spielen. Die WM außerhalb des Spielfeldes ist nicht unsere Angelegenheit», sagte der 65-Jährige. Den Spielern stehe es frei, sich etwa über soziale Netzwerke zu den Protesten zu äußern, dies sei aber dann auch deren private Meinung. Schon beim Confederations Cup hatten sich die Stars bei Pressekonferenzen teilweise überraschend offen über dieses Thema geäußert.

    Und im Gegensatz zu seinem deutschen Kollegen Joachim Löw hatte Scolari auch noch dies zu vermelden: «Wir haben keinerlei Verletzungsprobleme.» Die Mannschaft hat nur rund zwei Wochen Vorbereitungszeit bis zum Eröffnungsspiel am 12. Juni gegen Kroatien in São Paulo.

    Vor dem Treffpunkthotel in Rio war es vor der Abfahrt der Seleção zu Protesten mit rund 200 Teilnehmern gekommen, die gegen die Milliarden-Ausgaben für die WM protestierten. Sie beklebten den Mannschaftsbus mit Stickern wie «Não vai ter Copa» («Es wird keine WM geben»).

    «Super, alle Kollegen von der Nationalmannschaft wieder zu sehen. Jeder ist glücklich hier. Die harte Arbeit startet», twitterte Abwehrspieler Dante von Bayern München davon offensichtlich unbeeindruckt. Sein auffälliges schwarzes Jackett wurde von Scolari bei der Begrüßung etwas kritisch beäugt. Noch mehr für die WM herausgeputzt hat sich Neymar: Auf dem Cover der neuen brasilianische «Vogue» posiert der Angreifer vom FC Barcelona mit Supermodel Gisele Bündchen - ganz in Weiß und mit der brasilianischen Flagge.

    Dante bei Twitter

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