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  #1  
Alt 26.11.2012, 13:22
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Standard Ägyptens Muslimbrüder rudern nach Protesten ein Stück zurück

Kairo/Istanbul (dpa) - Den einst so mächtigen ägyptischen Militärrat hatten die Islamisten im August ohne Mühe kaltgestellt. Doch der Versuch von Präsident Mohammed Mursi, die Richter zu entmachten, ging nach hinten los.
Zum Artikel: Ägyptens Muslimbrüder rudern nach Protesten ein Stück zurück
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  #2  
Alt 26.11.2012, 13:22
gast gast ist offline
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Es ist eine einzige Tragödie. Das ägyptische Volk hat sich mit einem mutigen, standhaften und opferreichen Bewegung von einem verknöcherten Diktator befreit, um jetzt von einer verknöcherten Gruppe religiöser Fundamentalisten wieder geknechtet zu werden. Gerade jetzt, wo ein starkes Ägypten mit guten Beziehhungen zu allen am Nahostkonflikt Beteiligte eine entscheidende Rolle im Bemühen um Waffenstillstand und politische Lösungen spielen könnte, stürzt ein neuer Präsident, der offenbar nicht mehr ist als eine Marionette der islamistischen Bewegung, das Land in neue Unruhen und vielleicht sogar in das Chaos eines Bürgerkriegs. Ägypten war bis vor gar nicht so langer Zeit ein weltoffenes Land mit relativ liberaler Ordnung, mit toleranten, freundlichen Menschen. Jetzt fällt es zurück in erzkonservative Strukturen. Wie lange die USA dafür noch Unterstützungsleistungen zahlen, ist fraglich. Ebenso, was passiert, wenn diese Zahlungen ausbleiben. Die Musilbrüder dürften dafür kaum einen Plan haben.
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  #3  
Alt 27.11.2012, 02:52
Klaus Klaus ist offline
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Zitat:
Zitat von gast Beitrag anzeigen
Wie lange die USA dafür noch Unterstützungsleistungen zahlen, ist fraglich.
Na ja, zumindest die Diktatoren davor haben die zumindest über Jahrzehnte finanziert. Da wurde auch nicht nach Demokratie oder ähnliches gefragt.
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  #4  
Alt 27.11.2012, 07:11
alterschwede54 alterschwede54 ist offline
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Zitat:
Zitat von gast Beitrag anzeigen
Wie lange die USA dafür noch Unterstützungsleistungen zahlen, ist fraglich. Ebenso, was passiert, wenn diese Zahlungen ausbleiben. Die Musilbrüder dürften dafür kaum einen Plan haben.
Mal sehen, ob nicht China oder Iran einspringt. Aber USA hat keine Probleme mit Diktaturen . Vor allem wenn das "Ihre Schweinehunde" sind.
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  #5  
Alt 27.11.2012, 07:41
Klaus Klaus ist offline
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Zitat:
Zitat von alterschwede54 Beitrag anzeigen
Mal sehen, ob nicht China oder Iran einspringt. Aber USA hat keine Probleme mit Diktaturen . Vor allem wenn das "Ihre Schweinehunde" sind.
Vollkommen richtig.
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  #6  
Alt 27.11.2012, 11:42
goll1 goll1 ist offline
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Zitat:
Zitat von gast Beitrag anzeigen
Es ist eine einzige Tragödie. Das ägyptische Volk hat sich mit einem mutigen, standhaften und opferreichen Bewegung von einem verknöcherten Diktator befreit, um jetzt von einer verknöcherten Gruppe religiöser Fundamentalisten wieder geknechtet zu werden.
Die ganze 'arabische Revolution' könnte auch 'nach hinten' losgehen. Also keine Liberalisierung, wie dies in Europa nach der Aufklärung der Fall war, sondern der (Rück-?)Fall in erzkonservative islamistische Strukturen a la Iran. Und dann käme der Westen (inklusive Israel) politisch eher 'vom Regen in die Traufe'.
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  #7  
Alt 27.11.2012, 11:54
Brigitte Brigitte ist offline
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Zitat:
Zitat von alterschwede54 Beitrag anzeigen
Mal sehen, ob nicht China oder Iran einspringt. Aber USA hat keine Probleme mit Diktaturen . Vor allem wenn das "Ihre Schweinehunde" sind.
Deutschland und andere Länder haben die Diktatoren genauso unterstützt und hofiert, natürlich auch den ollen Honnecker damals. Als die DDR zusammenkrachte, haben sie ihn verklagt. Was sonst? Die Meute macht immer mit, wenn es was zu holen gibt -und auch wenn man die "Schuldigen" dann hängt, ermorden lässt, einsperrt etc. (Mitschuldige- in der Politik gehen dann straffrei aus)
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  #8  
Alt 27.11.2012, 12:15
gast gast ist offline
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Beiträge: 3.474
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Zitat:
Zitat von Brigitte Beitrag anzeigen
Deutschland und andere Länder haben die Diktatoren genauso unterstützt und hofiert, natürlich auch den ollen Honnecker damals. Als die DDR zusammenkrachte, haben sie ihn verklagt. Was sonst? Die Meute macht immer mit, wenn es was zu holen gibt -und auch wenn man die "Schuldigen" dann hängt, ermorden lässt, einsperrt etc. (Mitschuldige- in der Politik gehen dann straffrei aus)
So einfach ist das halt nicht. Diplomatische Beziehungen pflegen heißt noch lange nicht unterstützen und hofieren. Sollen wir die Beziehungen zu allen Ländern kappen, die in Sachen Demokratie, Freiheit und Recht nicht unseren hohen Standards entsprechen? Dann werden wir bald ziemlich alleine sein. Natürlich musste man deshalb damals auch mit Honecker reden. Er war schließlich der, der in der DDR das Sagen hatte, über den alles lief.
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  #9  
Alt 28.11.2012, 04:18
Brigitte Brigitte ist offline
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Beiträge: 5.661
Standard Verblendet bis in die Socken

Präsident Mursi wolle einen autoritären Staat, sagt die Soziologin Mariz Tadros. Wenn er nun Gesprächsbereitschaft zeige, dann nur, um Zeit zu gewinnen.

Zitat:
Die Muslimbrüder haben über die Moscheen und ihre Wohltätigkeitsorganisationen einen sehr viel stärkeren Rückhalt in der Zivilgesellschaft. Das bedeutet, sie können jederzeit sehr viel Unterstützung für die Einschränkung von Bürger- und Freiheitsrechten mobilisieren unter dem Vorwand, sie würden den Islam beschützen und den Präsidenten gegen die Ungläubigen verteidigen, die sich mit dem Westen gegen den Islam verbündet hätten.
http://www.bernerzeitung.ch/ausland/...story/13302738


„Allahu akbar " Ein Bild kann mehr sagen als 1000 Worte
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  #10  
Alt 28.11.2012, 07:23
Fischkopp Fischkopp ist offline
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Registriert seit: 02.03.2011
Beiträge: 2.465
Standard Rote Socken

stehen bei uns immer noch nicht auf dem Boden der Demokratie sondern versuchen die Wende rückwärts.

Zu glauben in Ägypten geben nach der Abwahl des alten Regimes jetzt eine demokratische Grundhaltung aller Bürger ist zu kurz gegriffen, auch dort wie hier gibt es Links/Rechts Radikale die ihre Positionen durchsetzen wollen.

Zeit gewinnen, 20 Jahre später hat bei uns in D noch nicht viel gebracht, siehe Wahlergebnisse.

Auch die Demokratisierung in Ägypten braucht Zeit und die Muslimbrüder werden nicht über Nacht geläutert.

Bildung und Ausbildung sind vordringlich voranzutreiben, hierbei ist unsere (westliche) Erfahrung vor Ort einzubringen.

Aber auch das erfordert Geduld und Gesprächsbereitschaft beider Seiten.
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