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    Kraftprotz: Turbo-Fahren war schon immer etwas teurer

    Seit nunmehr 40 Jahren ist der Klang seines Namens so gut wie der seines Motors, gilt der Turbo als die Krönung der 911-Baureihe.

    Fahrspaß rund um die Uhr: Der neue Turbo zeigt seine Muskeln. Wir haben den neuesten 911er getestet.
    Fahrspaß rund um die Uhr: Der neue Turbo zeigt seine Muskeln. Wir haben den neuesten 911er getestet.

    Was 1973 mit einem 3,0-Liter-Sechszylinder-Boxer und 260 PS begann, geht jetzt mit mindestens 520 PS (Turbo) und bis zu 560 PS (Turbo S) in die schon siebte Generation.

    Gut schaut er aus, der neue Turbo S, das 560 PS starke Spitzenmodell der 911-Baureihe. Von vorn, in der Seitenansicht mit den fließenden Linien und den riesigen Lufteinlässen in den weit ausgestellten hinteren Kotflügeln und selbstverständlich am Heck. Denn das ist noch einmal breiter geworden als beim Vorgänger, übertrifft das der anderen Carrera-Allradmodelle um 2,8 Zentimeter, das der heckgetriebenen Versionen um immerhin 7,2 Zentimeter. Die breiten Reifen unterstreichen die Potenz des Wagens. Vorn steht der Turbo auf Reifen der Dimension 245/35 ZR 20, hinten auf breiten Puschen der Dimension 305/30 ZR, die neu gestalteten 20-Zoll-Leichtmetallfelgen geben beim Turbo den Blick auf die ebenfalls neuen Stahlbremsen frei, beim Turbo S auf gelb lackierte Keramikbremsen. Größer sind beide Bremsanlagen geworden. Die Stahlbremse legte um drei auf jetzt 38 Zentimeter zu, die Keramikbremse vorn um drei auf nun 41 Zentimeter, hinten um vier auf 39 Zentimeter.

    911-Turbo-Fahren war noch nie in den vier Jahrzehnten, seit zum ersten Mal ein aufgeladener 911er auf den Markt kam, ein günstiges Vergnügen. Da macht auch der Neue keine Ausnahme. Mindestens 162.055 Euro verlangt der Sportwagen-Hersteller für den Turbo, gar 195 256 Euro für den Turbo S. Allerdings sind dann schon so feine Dinge wie die elek-trischen Ledersitze, die Metallic-Lackierung, ein Bose-Sound-System, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen und die Zwei-Zonen-Klimaanlage serienmäßig an Bord. Wer den Turbo haben möchte, kann noch bis Dezember ein wenig sparen, der Turbo S kommt noch in diesem Monat zu den Händlern.

    Ein Dreh am Zündschlüssel erweckt die 382 kW/520 PS zum Leben. Vorfreude macht sich beim Klang des Boxer-Triebwerkes breit. Das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe (PDK) ist hervorragend auf die Leistungscharakteristik des Sechszylinders abgestimmt. Die 520 PS und 660 Nm haben leichtes Spiel mit dem nur rund 1600 Kilogramm schweren Sportwagen, der sich auf Wunsch in nur 3,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 (0,2 Sekunden schneller als der bisherige Turbo mit 500 PS) und anschließend auf bis zu 315 km/h (plus 3 km/h) beschleunigen lässt. Der sich aber - zumindest auf dem Papier - auch mit weniger als zehn Liter je 100 Kilometer (9,5 l/100 km, CO2: 227 g/km) bewegen lassen soll, wofür unter anderem das frühe Hochschalten des PDK bei Geschwindigkeiten unter 65 km/h und das neuartige Start-Stopp-System (stellt den Motor schon beim Ausrollen vor einer Ampel aus) verantwortlich zeichnen.

    Die technischen Finessen lassen sich besser erfahren als erklären: Der neue Turbo verfügt über eine aktive Hinterachslenkung statt der konventionellen Spurlenker rechts und links an der Hinterachse. Lenken Vorder- und Hinterachse in entgegengesetzte Richtung, fahren sich Turbo und Turbo S wie Autos mit deutlich kürzerem Radstand, zudem bieten die beiden Sportwagen-Modelle mit nur 10,6 Metern die kleinsten Wendekreise aller Wettbewerber. Werden aber Vorder- und Hinterräder bei höheren Geschwindigkeiten in die gleiche Richtung eingeschlagen, verlängert sich der gefühlte Radstand, was unter anderem zu hoher Laufruhe und Sicherheit bei Spurwechseln und mehr Fahrstabilität vor allem bei höheren Geschwindigkeiten führt.

    Spektakulär ist auch die adaptive Aerodynamik, bei der ein variabler Frontspoiler aus einem speziellen Gummi pneumatisch seinen Dienst verrichtet. Im Normalzustand sieht man ihn gar nicht, Einfahrten in Tiefgaragen oder vergleichbare Rampen verlieren so etwas von ihrem Schrecken. Ab Tempo 120 fahren seine Seitenteile aus, bei noch höheren Geschwindigkeiten und nach einem Druck auf den Performance-Knopf auch das Mittelteil. Außerdem verändern sich dann Höhe und Stellung des Heckspoilers.

    Porsche 911
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