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    BerlinHintergrund: Mögliche Koalitionsoptionen 2013

    Die Ausrufung Peer Steinbrücks zum SPD-Kanzlerkandidaten lässt ein Jahr vor der Bundestagswahl Spekulationen über denkbare Koalitionen blühen. Denn auch Teile der FDP könnten sich mit Steinbrück arrangieren. Ein Überblick über denkbare Varianten:

    GROSSE KOALITION: Derzeit die wahrscheinlichste und von einer Mehrheit der Deutschen gewünschte Koalition. Bisher gab es dieses Bündnis 1966 bis 1969 und 2005 bis 2009. Während Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Avancen erkennen lässt, will die SPD dies aber um jeden Preis verhindern. «Nicht nochmal Juniorpartner unter Merkel», lautet die Devise. Ohne eine klare Absage an eine solche Konstellation fürchtet die SPD, dass eigene Wähler zu Hause bleiben. Aber grundsätzlich ausschließen lässt sich diese Variante auch nicht.

    SCHWARZ-GELB: Hat 2009 von vielen Überhangmandaten für die Union profitiert, dieser Vorteil wird durch die Wahlrecht-Reform wegfallen. Zudem kommen Union und FDP derzeit in Umfragen auf maximal 42 Prozent - Wahlforscher erwarten aber, dass die FDP noch zulegen und in den Bundestag einziehen wird. Sie räumen der FDP schlechtere Chancen ein, wenn Philipp Rösler Vorsitzender bleibt. Trotz aller Probleme streben beide Partner bisher eine Neuauflage der Koalition an - auf eine Neuauflage von Rot-Grün 2002 hatte übrigens auch kaum einer gewettet.

    SCHWARZ-GRÜN: Hätte derzeit eine Mehrheit. Aber nach dem Scheitern in Hamburg ist die einstige Faszination dafür verflogen. Gerade in Energiefragen und bei der Bekämpfung der Euro-Krise liegen Welten zwischen beiden Parteien. Falls es für Rot-Grün oder eine Ampel nicht reicht, könnte dies für die Grünen interessant werden, um eine große Koalition zu verhindern. Doch würde die Basis da mitmachen?

    ROT-GRÜN: SPD und Grüne haben sich fast noch klarer als Union und FDP zueinander bekannt, daher wird es wohl einen Lagerwahlkampf geben. Aber nach dem «Fukushima-Hoch» der Grünen liegt die Partei jetzt bei etwa 12 Prozent, die SPD bei 26 bis 30 Prozent - zu wenig. Eine rot-grüne Aufbruchstimmung wie 1998 ist bisher nicht zu spüren, und Steinbrück war in seiner Zeit als NRW-Ministerpräsident als «Grünen-Fresser» verschrien.

    AMPEL: Nicht unrealistisch, falls die FDP in den Bundestag kommt - insbesondere weil der bei der FDP hoch angesehene Steinbrück Kanzlerkandidat der SPD wird. Es könnte die einzige Option sein, mit der Steinbrück Kanzler werden kann. Die FDP wird die Ampel wohl nicht wie 2009 kategorisch ausschließen. Größtes Problem: FDP und Grüne können sich bisher nicht riechen - und in den Bundesländern sind solche Bündnisse bisher immer gescheitert.

    ROT-GRÜN-ROT: Hat die SPD kategorisch ausgeschlossen und ist gerade mit Steinbrück eigentlich undenkbar. Auch ein Jamaika-Bündnis (Union/FDP/Grüne) gilt als sehr unwahrscheinlich - spätestens seit dem Scheitern dieser Variante im Saarland.

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