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    Gewinner und Verlierer der «Tea Party Bewegung»

    Washington/Berlin (dpa) - Bei den US-Kongresswahlen galt ein Hauptinteresse dem Abschneiden von Kandidaten der rechtspopulistischen «Tea Party Bewegung». Einige Kandidaten fuhren Erfolge ein, doch manche erlitten auch herbe Dämpfer.

    O'Donnell scheitert in Delaware
    Christine O'Donnell ist mit ihrer Kandidatur für einen Senatssitz gescheitert.

    Die dpa dokumentiert eine Auswahl an Gewinnern und Verlierern der «Tea-Party-Bewegung».

    Gewinner:

    RAND PAUL: Der 47 Jahre alte Augenarzt hatte zuvor noch kein politisches Amt inne. Er setzte sich bei der Senatswahl in Kentucky gegen den Demokraten Jack Conway durch. Paul fiel politisch vor allem durch kritische Äußerungen über die Anti-Diskriminierungs-Gesetze in den 60er Jahren auf. So stellte er zeitweilig eine Regelung infrage, die es Restaurantbesitzern untersagt, Schwarze abzuweisen. Sein Vater Ron ist derweil kein Unbekannter. Mit Forderungen nach radikaler Martkfreiheit bewarb er sich schon zweimal ums Präsidentenamt.

    MARCO RUBIO: Wegen seines adretten Auftretens wird der Sohn kubanischer Einwanderer von manchen Medien als «Pretty Boy» (Hübscher Junge) der «Tea Party» bezeichnet. Er setzte sich bei der Senatswahl in Florida gegen den unabhängigen Kandidaten Charlie Crist und den Demokraten Kendrick Meek durch. Rubio, ein 39 Jahre alter Anwalt, bezeichnete während seines Wahlkampfs die Regierung von Präsident Barack Obama mehrfach als ernste Gefahr für die Zukunft der USA.

    NIKKI HALEY: Sie wird die erste US-Gouverneurin mit asiatischen Wurzeln. Die Ikone der Tea-Party-Bewegung, Sarah Palin, hatte sich im Wahlkampf höchstpersönlich hinter die Tochter indischer Einwanderer gestellt, die nun Gouverneurin von South Carolina wird. Zu den Unterstützerinnen der 38-Jährigen zählte auch Jenny Sanford, Ex-Frau des bisherigen Gouverneurs Mark Sanford, der wegen einer Affäre in die Schlagzeilen geraten war.

    Verlierer:

    CHRISTINE O'DONNELL: Die Senkrechtstarterin der ultrakonservativen Bewegung scheiterte bei der Senatswahl in Delaware an Christopher Coons. O'Donnell hatte es innerhalb von wenigen Monaten von einem Niemand zum Star der «Tea Party» gebracht. Sie hatte Sex außerhalb der Ehe und Masturbation als Sünde verdammt. Abtreibung wollte die 41-Jährige selbst bei Vergewaltigung oder Inzest verbieten und nur bei Lebensgefahr für die Mutter erlauben. Zudem bezeichnete sie die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama als Verbrechen. Früher hatte sie mit nach eigenen Angaben mit Hexenkraft experimentiert.

    CARL PALADINO: Bei den Gouverneurswahlen im Bundesstaat New York unterlag der 64-Jährige gegen den Demokraten Andrew Cuomo. Paladino hatte im Wahlkampf angekündigt, er werde New York «mit einem Baseballschläger aufräumen». Sozialhilfeempfänger sollten ins Gefängnis, um «würdiges Benehmen» und «Hygiene» zu erlernen, empfahl der Bauunternehmer.

    SHARRON ANGLE: In Nevada musste sich die 61-Jährige gegen den demokratischen Fraktionschef im US-Senat, Harry Reid, geschlagen geben. Angle hatte im Wahlkampf durch radikale Vorschläge Furore gemacht. Unter anderem forderte sie ein gesetzliches Alkoholverbot sowie die Privatisierung der Sozialversicherung. Angle wollte einen größeren Einfluss der Kirche im öffentlichen Leben und betrachtete ihre Kandidatur als eine «Mission für Gott».

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