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    Chronologie: Auf dem langen Weg zu einer Demokratie

    Hamburg (dpa). Die Iraker ringen seit dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im April 2003 um eine politische Neuordnung. Die ersten Schritte in Richtung Demokratie:

    Juli 2003: Unter US-Aufsicht nimmt ein provisorischer Regierungsrat seine Arbeit auf. Im September ernennt er eine Übergangsregierung.

    Oktober 2003: Die UN erteilen den US-geführten Truppen das Mandat für den militärischen Einsatz im Irak.

    Dezember 2003: US-Soldaten holen Ex-Diktator Hussein aus einem Erdlochversteck südlich von Tikrit.

    März 2004: Der Regierungsrat unterzeichnet eine Übergangsverfassung.

    Juni 2004: Der Regierungsrat wird aufgelöst. Eine Übergangsregierung unter dem säkularen Schiiten Ijad Allawi soll freie Wahlen vorbereiten. Ghasi al-Jawar wird Staatspräsident.

    August 2004: Eine Nationalkonferenz wählt einen Nationalrat, der als Übergangsparlament fungieren soll.

    Januar 2005: Bei den Wahlen für ein Übergangsparlament gewinnt die schiitisch dominierte Vereinigte Irakische Allianz die absolute Mehrheit, gefolgt von der kurdischen Liste und der Liste von Allawi.

    April 2005: Das Parlament wählt den sunnitischen Abgeordneten Hadschim al-Hassani zum Parlaments- und den Kurdenführer Dschalal Talabani zum Staatspräsidenten.

    Mai 2005: Die neue Regierung unter Ministerpräsident Ibrahim al- Dschafari (schiitische Dawa-Partei) wird vereidigt.

    Oktober 2005: Bei einem Referendum nehmen die Iraker den Entwurf für eine neue Verfassung mit großer Mehrheit an. Sie soll nach Einsetzung einer neuen Regierung in Kraft treten.

    Dezember 2005: Die Iraker wählen das erste reguläre Parlament nach dem Sturz des Saddam-Regimes. Die Allianz der religiösen Schiiten- Parteien gewinnt, verfehlt aber die absolute Mehrheit. Mit Kurden und Sunniten soll eine Regierung gebildet werden.

    Mai 2006: Das Parlament spricht der Regierung von Nuri al-Maliki das Vertrauen aus. Das Kabinett ist aber unvollständig. Die wegen der andauernd schlechten Sicherheitslage besonders wichtigen Ressorts Inneres und Verteidigung werden erst im Juni besetzt.

    August 2006: Unter Leitung Al-Malikis beginnt eine Konferenz von Vertretern der Stämme und Clans. Ziel ist eine nationale Versöhnung.

    November 2006: Ein Sondertribunal verurteilt Saddam wegen «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» zum Tode. Im Dezember wird er gehängt.

    August 2008: Die USA und der Irak einigen sich auf einen Abzug der US-Truppen bis Ende 2011. Noch sind 146 000 US-Soldaten im Irak.

    Januar 2009: Irakische Truppen übernehmen von den Amerikanern die Kontrolle über die abgeriegelte Grüne Zone in Bagdad. Am Monatsende finden die bislang friedlichsten Wahlen für die Provinzräte statt. Stärkste Kraft wird Al-Malikis Allianz für den Rechtsstaat.

    März 2009: Die britischen Truppen verlassen den Irak. Bei einer Zeremonie in der Hafenstadt Basra übergibt das britische Militärkommando die Kontrolle über die Südprovinz an das US-Militär.

    Juni 2009: Die US-Truppen übergeben landesweit die Kontrolle über die Städte und Dörfer an die irakischen Streitkräfte.

    November 2009: Das irakische Parlament stimmt dem lange umstrittenen Wahlgesetz zu und macht so den Weg für die Parlamentswahlen frei. Auf Betreiben des sunnitischen Vizepräsidenten Tarik al-Haschimi, der sein Veto einlegt, werden anschließend noch kleine Änderungen vorgenommen.

    Januar 2010: Die Wahlkommission schließt mehr als 500 Kandidaten von der Teilnahme an der Parlamentswahl aus. Grund dafür seien ihre Nähe zur verbotenen Baath-Partei oder falsche Zeugnisse. Einige von ihnen werden nach Einzelfallprüfungen später doch zugelassen.

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