40.000
  • Startseite
  • » Brennpunkt
  • » Ahmadinedschad: Obama soll Iran anerkennen
  • Aus unserem Archiv

    TeheranAhmadinedschad: Obama soll Iran anerkennen

    Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat US-Präsident Barack Obama aufgefordert, die Beziehungen der USA zum Iran auszubauen. «Beide Seiten werden von einer Anerkennung des Iran (durch Obama) profitieren», sagte Ahmadinedschad am Dienstagabend im staatlichen Fernsehen.

    Mahmud Ahmadinedschad
    Mahmud Ahmadinedschad: «Irans Rechte und der in Atomfragen eingeschlagene Weg sind unangreifbar und unumkehrbar.»

    Sein Land sei nicht auf Konfrontation aus. «Eine Verbesserung der Beziehungen ist auch die einzige Chance für Obama, an der Macht zu bleiben», sagte Ahmadinedschad und spielte damit auf eine mögliche Kooperation seiner Regierung bei der Lösung der Konflikte im Nachbarland Irak und in Afghanistan an. Er habe einen Brief an Obama vorbereitet, dessen Inhalt in Kürze öffentlich gemacht werde.

    «Was kann Obama in Ländern wie Irak oder Afghanistan schon machen?», frage Ahmadinedschad. Auch eine weitere Aufstockung der US-Truppen würde ihn nicht weiterbringen. Ebenso wenig könne der US-Präsident im Nahost-Konflikt ohne die Hilfe Teherans zu einer Lösung kommen. «Obama kann nicht einfach eine Formel zur Lösung des Stillstands im Nahen Osten erstellen. Das wäre unmöglich. Dazu bräuchte er die Hilfe des Irans», sagte Ahmadinedschad.

    Zur Forderung Washingtons, den Iran mittels schärferer Sanktionen des Weltsicherheitsrats zum Einlenken im Atomstreit zu bewegen, sagte Ahmadinedschad: «Irans Rechte und der in Atomfragen eingeschlagene Weg sind unangreifbar und unumkehrbar.» Da könnten die USA noch so viel Druck ausüben. «Aber ich glaube, dass das Tamtam um die Atomfrage den USA ohnehin nur als Entschuldigung dient, den Iran zu schwächen und den Nahen Osten unter die eigene Herrschaft zu bringen», sagte der iranische Präsident.

    Die USA und Iran unterhalten schon seit 1979 keine diplomatischen Beziehungen mehr. Nach dem Sturz des Schah-Regimes durch Revolutionsführer Ajatollah Khomeini hatten iranische Studenten die US-Vertretung in Teheran gestürmt und die Botschaftsangehörigen 444 Tage als Geiseln festgehalten.

    Beobachter hatten mit der Amtsübernahme Obamas eine Entspannung in den Beziehungen erwartet. Ahmadinedschad hatte Obama 2008 auch zu seinem Wahlsieg gratuliert. So etwas hatte vor ihm noch kein iranischer Präsident getan. Das erwartete Tauwetter blieb jedoch aus.

    Brennpunkt
    Meistgelesene Artikel