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    TrabzonWojcicki zu Olympia - Fehlurteile bei Quali beklagt

    Der schwer erkämpfte vierte Olympia-Platz für die deutschen Amateurboxer stimmte Verbandspräsident Jürgen Kyas nur halbwegs friedlich. Schwer lagen dem Pensionär aus Kassel die merkwürdigen Entscheidungen bei der europäischen Qualifikation im türkischen Trabzon im Magen.

    Am Ende brachte Gastgeber Türkei die stattliche Anzahl von sechs Faustkämpfern zu Olympia. Sechs Monate zuvor bei den Weltmeisterschaften waren die Türken auf ganzer Linie gescheitert und hatten keinen Startplatz. «Krasse Fehlurteile wie in Trabzon habe ich noch nie erlebt: Das war der Gipfel der Unverschämtheit», klagte Kyas. Immerhin hat der Wolfsburger Patrick Wojcicki sein Bett im olympischen Dorf von London sicher.

    Negativer Höhepunkt war das Aus von Hamza Touba. Der Neusser Halbfliegengewichtler unterlag im Viertelfinale dem Türken Ferhat Pehlivan offiziell mit 7:15 Punkten. «Ein krasses Fehlurteil. Touba hatte klar gewonnen. Das haben auch zahlreiche neutrale Beobachter in der Halle so gesehen», beteuerte Kyas. Auch das Aus für Ex-Europameister Denis Makarov aus Velbert im Viertelfinale des Bantamgewichts hatten die Kampfrichter exklusiv. Kyas beschwerte sich beim Weltverbandspräsidenten Wu Ching-Kuo ebenso wie Russen, Ungarn und andere Verbände, die sich ebenfalls über den Tisch gezogen fühlten. Danach änderten sich die Besetzungen einiger Kampfgerichte.

    «Aber es hilft uns kein Gejammer. Wir müssen zufrieden sein, dass wir wenigstens einen weiteren Startplatz haben», meinte Kyas. Der 20 Jahre alte Wojcicki hatte sich mit seinem Finaleinzug eines der beiden Tickets im Weltergewicht gesichert. «Der Junge hat eine sensationelle Entwicklung genommen», schwärmte DBV-Sportdirektor Michael Müller. «Einen Türken in dessen Heimat im Halbfinale derart zu dominieren, das ist schon aller Ehren wert.»

    Obwohl Wojcicki im Finale dem Iren Adam Nolan nur aufgrund der sogenannten kleinen Wertung nach 14:14-Remis unterlag, drückte Präsident Kyas seinem Schützling den Stempel «absolute Weltklasse» auf. «Ich bin stolz auf den Jungen. Von ihm können wir in London etwas erwarten.» Die knappe Finalniederlage in Trabzon steckte Wojcicki schnell weg. «Ich bin bei Olympia dabei. Das ist mehr, als ich mir erträumt habe», gestand der Werkzeugmacher. Seine sechs Teamkollegen gingen in Trabzon jedoch leer aus.

    Wojcicki ist der Jüngste im deutschen Quartett, das zu Olympia darf. Eskortiert wird er von Stefan Härtel (Berlin/Mittelgewicht), Enrico Kölling (Berlin/Halbschwer) und dem EM-Dritten Erik Pfeifer (Lohne/Superschwer). Die drei hatten sich schon im vergangenen Herbst bei den Weltmeisterschaften in den olympischen Teilnehmerkreis geboxt.

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