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    FinsterwaldeWahlkampf: Kanzlerin setzt im Osten auf Soziales

    Im Großen und Ganzen ist es immer die gleiche Rede, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrer Wahlkampftour durch die Republik auf den Marktplätzen hält.

    Angela Merkel im Wahlkampf
    Bundeskanzlerin Merkel auf einer Wahlkampfveranstaltung.
    Foto: dpa

    Von unserer Berliner Korrespondentin Rena Lehmann

    Aber sie ist regional "immer unterschiedlich", heißt es in ihrer CDU-Parteizentrale in Berlin. Je nach aktueller Lage wird etwa der Teil über Europa mal länger, mal kürzer. Zwei verschiedene Reden für die neuen und die alten Bundesländer gebe es nicht. Diesen Eindruck konnte man beim jüngsten Auftritt der Bundeskanzlerin in Brandenburg allerdings schon gewinnen.

    Finsterwalde, südliches Brandenburg. Die 18 000-Einwohner-Stadt ist im Ausnahmezustand, weil gleich die Bundeskanzlerin da ist und eine Rede halten wird. "Klar hat der Süden von Brandenburg seine Reize, aber der Norden auch", sagt Merkel, die aus der Uckermark im Norden des Bundeslands stammt. Etwas länger als 30 Minuten spricht sie in Finsterwalde, hier regiert im Land eine Koalition aus SPD und Linken. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,4 Prozent. Dörfer schrumpfen, weil junge Leute lieber in den Städten oder gleich in den alten Bundesländern ihr Glück suchen.

    Selten klingt Angela Merkel so sozial wie hier. "Politik kann nicht alles", sagt sie, "aber Politik kann Weichen stellen." Sie könne dazu beitragen, "dass Menschen den Mut haben, Arbeitsplätze zu schaffen". Und diesen Menschen, die Arbeit schaffen, dürfte man keine Knüppel zwischen die Beine werfen. Das ist ihr Argument gegen die Steuererhöhungen für Wohlhabende, die SPD und Grüne wollen. Dann hört es auch schon auf mit der Abgrenzung. Merkels Botschaft in Brandenburg: Gerechtigkeit kann sie auch. Sie macht sich das Wahlkampfmantra der Sozialdemokraten von der sozialen Gerechtigkeit zu eigen - ohne es freilich selbst so zu nennen.

    "Wer arbeitet, muss mehr haben als der, der nicht arbeitet", sagt Merkel. Wo es keine Branchentarifverträge gibt, müssen Lohnuntergrenzen her. Den Mindestlohn der SPD von 8,50 Euro brauche es dafür nicht. Der würde in der Folge Arbeitsplätze vernichten. Auch die Rente müsse gerecht sein. Die Generationen sollen zusammenhalten, die Mütterrente für Ältere verbessert werden, weil sie "ungerecht" ist. "Gerecht", das Wort hört man sie hier auffallend häufig sagen.

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