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    BerlinSondierungsgespräche: Union und SPD kommen sich näher

    Union und SPD haben nach einem ersten Sondierungsgespräch über die mögliche Bildung einer Großen Koalition klare Signale der Annäherung gesendet.

    Großaufgebot
    Mit einem 14-köpfigen Großaufgebot kommen Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer zu den Sondierungsgesprächen.
    Foto: Bernd von Jutrczenka - DPA

    Von unseren Berliner Korrespondenten Birgit Marschall, Gregor Mayntz und Eva Quadbeck

    "Es macht Sinn, und es ist notwendig, weiter zu sondieren", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe nach dem Treffen der 21 Spitzenpolitiker von CDU, CSU und SPD. Ein zweites Sondierungsgespräch ist für den 14. Oktober verabredet worden.

    SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sprach von einer "ausgesprochen konstruktiven" und "aufgeschlossenen Atmosphäre". Auch Gröhe betonte die "gute, sachliche und konstruktive Atmosphäre". Das Gespräch habe gezeigt, dass alle Parteien "mit besonderer Ernsthaftigkeit" agierten, sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt.

    Die Union war aus der Bundestagswahl am 22. September als klare Siegerin mit 41,5 Prozent hervorgegangen, ihr fehlen jedoch fünf Mandate zur absoluten Mehrheit. Sie sucht daher nun nach einem Koalitionspartner.

    Für Donnerstag hat sie die Grünen zum Sondierungsgespräch eingeladen. Nach dem Treffen von Union und SPD am Freitag, an dem auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) teilnahm, stehen die Zeichen jetzt allerdings eher auf Große Koalition.

    "Wir haben bei den inhaltlichen Punkten gemeinsame und eher konsensuale Punkte festgestellt", sagte Nahles. "Wir haben versucht, nicht damit zu beginnen, dass man Unterschiede betont", meinte auch ihr CSU-Amtskollege Dobrindt. Er sprach darüber, dass über Gemeinsamkeiten und Einschätzungen geredet wurde.

    Themen waren unter anderem die Zukunft des Euro, die Fortentwicklung der EU, die Bund-Länder-Finanzen, der Zustand der Infrastruktur, die Lage des Wirtschaftsstandorts, die Energiewende, die Beschäftigungslage sowie Arbeitsmarkt-, Familien- und Bildungspolitik. Auch über die Steuerpolitik sei gesprochen worden, doch ließ Nahles offen, ob die SPD ihre Forderung, die Steuern zu erhöhen, erneuert hat.

    "Ich habe den Eindruck, dass viele am Tisch saßen, die diese Große Koalition wollen", berichtete ein Teilnehmer des Gesprächs. Gröhe sagte, es habe an keiner Stelle "gerumpelt", allerdings sei das Gespräch auch "kein fröhlicher Kindergeburtstag" gewesen.

    Gröhe und Dobrindt machten deutlich, dass die Union nach dem zweiten Sondierungsgespräch mit der SPD am übernächsten Montag entscheiden will, ob sie Koalitionsverhandlungen mit der SPD aufnimmt. Die könnten sich allerdings dann bis in den Dezember hinziehen. Die Verhandlungen vor der bisher letzten Großen Koalition zwischen den Jahren 2005 und 2009 hatten nach der Wahl insgesamt 65 Tage gedauert.

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