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    Hund Altenkirchen Betzdorf Kolumne Tipps Nitz Zoe

    Was macht man im Januar, wenn es regnet und windet und es einem ob der depressiven Tristesse einfach nicht warm ums Herz werden mag? Richtig. Man plant seinen Sommerurlaub. Zoe, unseren zehn Monate jungen Dackelmischling aus dem Tierheim, wollen wir mitnehmen.

    Von unserem Redakteur Stefan Nitz

    Was macht man im Januar, wenn es regnet und windet und es einem ob der depressiven Tristesse einfach nicht warm ums Herz werden mag? Richtig. Man plant seinen Sommerurlaub. Zoe, unseren zehn Monate jungen Dackelmischling aus dem Tierheim, wollen wir mitnehmen. Dass alleine diese grundsätzliche Entscheidung eine beachtliche Anzahl an attraktiven Reisezielen ausschließt, war uns bewusst. Eine Flugreise wollen wir dem Tier, das im März 2010 in Griechenland geboren wurde und über Umwege nach Deutschland gelangte, nicht zumuten. An Wauwau am Ballermann mit Sonnenbrille, Strohhut und Sangria hätte Zoe ohnehin keinen Gefallen gefunden.

    Also das Auto. Doch die Tour darf für Kinder, Hund und Erwachsene keine Tortur werden, die Anfahrt nicht zu lange sein. Arrivederci Italien, adieu Frankreich, adios Spanien. Aber wir wollen schon ans Meer. Damit haben sich Österreich oder die Schweiz verabschiedet. Also ab an die Küste nach Belgien oder Holland?

    Wir entscheiden uns für Deutschland. Und was liegt da näher als die Nordsee in Ostfriesland. Mit reichlich Gepäck im Kopf schließen wir eine der schönen Inseln, darunter unser Lieblingseiland Wangerooge, aus. Wir bleiben gedanklich auf dem Festland, richten unser Augenmerk auf die Siele, ziehen von Greetsiel über Bensersiel und Neuharlingersiel nach Carolinensiel Ziele in Erwägung – und durchforsten danach das Internet. Das dürfte im Januar ja kein Problem sein, oder?

    Ist es doch. Rasch stellen wir fest, dass es nicht wirklich komisch ist, auch für ein bisschen Hund mit 30 Zentimetern Körpergröße und neun Kilogramm Gewicht ein geeignetes Domizil am Strand im Ottoland zu finden. In gefühlten 95 Prozent der Ferienhäuser sind Tiere nicht erwünscht. „Da tun Sie sich keinen Gefallen. Mit dem Hund dürfen Sie noch nicht einmal auf den Deich“, sagt eine freundliche Frau von der Tourismusverwaltung unseres Favoriten Neuharlingersiel. Keine einmalige Erfahrung.

    Dafür habe ich sogar irgendwie Verständnis. Denn vielleicht hätte es auch mich vor meinem jungen Hundeleben gestört, wenn ich trotz aller Tierliebe im Strandkorb von wilden Kötern belästigt worden und barfuß in stinkende Haufen getreten wäre. Verständnis wächst und schrumpft eben mit der eigenen Betroffenheit. Und das Leben ist auch im Urlaub relativ.

    Vielleicht lieber Neßmersiel? Dort gibt es zwar keinen schönen Ortskern, aber am zwei Kilometer entfernten Meer immerhin einen Hundestrand. Oder nach Hooksiel, das ich nur aus dem Internet kenne und mich vielleicht fälschlicherweise noch niemals gereizt hat, es ansteuern zu müssen?

    Unsere Suche nach einem Urlaubsziel ist, obwohl auch die hundefreundlichen Angebote für den für uns infrage kommenden Zeitraum täglich weniger werden, noch nicht beendet. Dass es sich schon im trüben Januar als derart problematisch herausstellt, für den fernen Sommer ein uns zusagendes Haus für Familie mit Hund samt Strandnähe zu finden, hat uns aber schon ein wenig überrascht.

     

    Auf den Hund gekommen
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